Reilingen

Evangelische Kirchengemeinde Bau- und Förderverein lobt Betrag für Kunstwerk im Saal des Martin-Luther-Hauses aus

Den Geist des Hauses einfangen

Reilingen.Es ist ein helles, einladendes Gebäude geworden. Mit viel Holz und Licht hat das Martin-Luther-Haus alle Voraussetzungen, zum Mittelpunkt der evangelischen Kirchengemeinde zu werden. Oder es schon zu sein, denn der Übergang von der Baustelle hin zum mit Leben erfüllten Haus vollzog sich, wie so vieles in diesen Corona-Zeiten, leise und ohne die üblichen, durchaus angebrachten fröhlichen Feiern.

Auf dem fast 1700 Quadratmeter großen Grundstück der Kirchengemeinde ist ein Gebäude entstanden, dass sich sowohl von seiner Kubatur als auch von seiner Formensprache, ein sandfarbener Erdton und hölzerne Lamellen, in die noch dörflich geprägte Umgebung einfügt.

Barrierefrei, umweltschonend, beispielsweise mit einer Anlage zur Wärmerückgewinnung oder einem Pufferspeicher für Regenwasser ist Architekt Vögele ein zukunftsträchtiger Entwurf gelungen, der dem Gemeindeleben zahlreiche Möglichkeiten der Entfaltung bietet. In die sich ohne große Mühe auch die großzügigen Außenflächen einbinden lassen.

Die Kosten für den Neubau betragen rund 1,6 Millionen Euro, die hälftig von der Landeskirche getragen werden. Mittel der Gemeinde und der „Aktion Mensch“, sie ermöglicht den barrierefreien Ausbau, mildern die Kosten ab, dennoch, die Kirchengemeinde hat einen stolzen Betrag zu stemmen.

Herzstück ist der große Saal, der sich für vielerlei Aktivitäten nutzen lässt. Dazu kommen Technikräume, eine große Küche und ein großer Jugendbereich. Alles in hellen Tönen und mit viel Holz gestaltet, dazu die großen Fensterflächen, auch im Dachbereich, die viel Licht hereinlassen – das Ambiente stimmt.

Schlussstein wird gesucht

Doch wie bei so vielen Dingen, noch fehlt nicht nur in den Augen von Pfarrerin Eva Leonhardt das berühmte I-Tüpfelchen. Gerade dem großen Saal, der sich zum Platz hin öffnen lässt, der die gesamte Gemeinde einlädt, in dem auch Gottesdienste gefeiert werden sollen, würde ein Hingucker gut zu Gesicht stehen. Genauer gesagt ein Kunstwerk, das den Charakter des Hauses aufnimmt. Die Pfarrerin spricht von einem sakralen Element, einerseits geeignet den gottesdienstlichen Charakter zu unterstreichen, andrerseits mit einer künstlerischen Sprache.

Zu tief ins Detail gehen will Pfarrerin Leonhardt nicht, denn der Bau- und Förderverein, gleichfalls auf der Suche nach einem künstlerischen Schlussstein, hat eine erkleckliche Summe ausgelobt, mit der aus der Vorstellung Realität werden soll.

Kurzum, alle Kunstschaffenden und kreativen Köpfe sind aufgerufen, sich mit Ideen, Vorschlägen oder fertigen Kunstwerken im Pfarramt zu melden, die Kirchengemeinde bei der Ideenfindung zu unterstützen. Weshalb sich die Pfarrerin mit Vorgaben zurückhält, die Ideen sollen in alle Richtung sprudeln dürfen. Nur einen Wunsch hätte sie, dem Haus angemessen: Auch wenn das Objekte den sakralen Gedanken aufgreifen soll, so sollte die Interpretation eine moderne sein, nicht in der traditionellen Formensprache verwurzelt bleiben. Wie ja auch das Luther-Haus mit seiner Kubatur mühelos den Brückenschlag zwischen gewachsener Struktur und zeitgemäßer Interpretation schafft.

Wer eine Idee hat, wer einen Entwurf verwirklichen möchte, der kann sich direkt an das evangelische Pfarramt, Telefon 06205/44 18, E-Mail info@ev-kirche-reilingen.de, wenden.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional