Reilingen

Katholisches Bildungswerk Musik und Literatur zur kalten Jahreszeit erwärmen das Publikum / Besuch des orthodoxen Erzpriesters fördert das gegenseitige Verständnis

Den Herbst von seinen schönsten und gemütlichen Seiten betrachtet

Reilingen.Die Tage werden kürzer, der Wind nimmt zu, die Sonne scheint golden und die Blätter werden bunt - der Herbst ist da und bereitet uns langsam auf den Winter vor. Vielen machen die Dunkelheit und die Nässe zu schaffen und man sehnt sich schon jetzt den Frühling wieder herbei. Aber der Herbst bietet auch jede Menge schöner Dinge, man muss sich nur darauf einlassen. Eine kleine Einstimmung auf dieses "Einlassen" und dazu einfach mal eine kleine Pause zur Entschleunigung bot jetzt das katholische Bildungswerk.

Während sich draußen der Tag dem Ende neigte und die Dunkelheit in Reilingen einzog, tauchten die Besucher in der katholischen Kirche ab in die Flötenklänge des "Trio Eremitage". Anke Palmer, Ute Widdermann und Ulrike Wettach-Weidemaier luden die Gäste auf eine musikalische Reise durch verschiedene Jahrhunderte ein. So wie die Jahreszeiten hat jedes Jahrhundert und jeder Komponist seine Besonderheiten. Mal sind die Klänge zart und fröhlich wie ein sonnendurchfluteter Herbsttag, mal laut und schwer wie ein stürmisch-regnerischer Tag.

Naturfotos und Flöten

Mit der Überschrift "Herbstgedanken" begleitete der Abend die Teilnehmer in die neue Jahreszeit. Verena Seidelmann und Annemarie Assmann lasen Gedichte und Geschichten rund um den Herbst vor. So auch die Geschichte der "Septemberfee" von Elke Bräunling. "Die Septemberfee weiß genau, wie schwer uns der Abschied vom Sommer fällt. Deshalb kommt sie nur leise, behutsam ins Land", heißt es hier. Veranschaulicht wurden Musik und Worte von Naturfotos von Annelie Bayer und Frank Seifert. Passend zum Herbst waren auch die Musikerinnen in dunkelrote Jacken gehüllt und spielten auf verschiedenen Flöten vor dem beleuchteten Altarraum. Nach über einer Stunde wurde der gelungene Abend mit großem Beifall belohnt und eine Zugabe gefordert. Mit "Der Mond ist aufgegangen" endete der schöne Herbstabend, dem gewiss noch viele schöne und besondere Tage und Abende folgen werden. Man muss nur die Augen dafür öffnen, sie erkennen und annehmen, wie sie sind. Dann erlebt man das Besondere von Herbst und Winter auf wunderbare Art.

Den Menschen Neues, Besonderes oder Alltägliches auf eine andere Art zu zeigen, ist jedes Jahr ein Bestreben für das katholische Bildungswerk. So gab es neben den "Herbstgedanken" einen Vortag mit Erzpriester Dr. Georgios Basioudis von der orthodoxen Kirchengemeinde "Zur Kreuzerhöhung Mannheim".

Gar kein großer Unterschied

Er berichtete von den Gottesdiensten in seiner Gemeinde, die zunehmend wächst. In seinem schwarzen Gewand erklärte er, warum die Orthodoxen Weihnachten erst am 7. Januar feiern, aber Ostern, ihr größtes Fest, zeitgleich mit dem katholischen Osterfest gefeiert wird. Alles in allem wurde an diesem Abend festgestellt, dass der Unterschied zu den Katholiken nicht besonderes groß ist.

Die Gottesdienste bei den Orthodoxen dauern etwas länger und sie haben keine Orgel, aber gesungen wird ebenso. "Der Glaube ist eine Lebensweise und muss gelebt werden", sagte der Erzpriester, der viele persönliche Erfahrungen mit den Gästen teilte. Am Ende stellten aber alle mit einem Lächeln fest "Wir leben alle aus der Freude". Passend zum Thema gab es vorab ein Buffet mit griechischen Spezialitäten, die auf den Abend einstimmten. Und ein Nachtisch sorgte am Ende dafür, dass man bei Süßem und in gemütlicher Runde nochmals über das Gehörte sprechen konnte.

Damit der Herbst abwechslungsreich bleibt, referiert am Montag, 16. Oktober, um 20 Uhr Rechtsanwalt Klaus-Peter Brandenburger zum Thema "Verkehrsunfall. Am Montag, 20. November, dürfen die Gäste dann einen meditativen Tanzabend mit Claudia Keller erleben. kd

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