Reilingen

Im Porträt Lisa Kief kocht leidenschaftlich und baut eigenes Obst und Gemüse an / Rezepte veröffentlicht sie auf ihrem Blog / Kreativität treibt sie an

Der Garten ist ihr zweites Zuhause

Archivartikel

Reilingen.Für Lisa Kief gibt es nichts Schöneres als in ihrem Garten zu sein. Dort fühlt sie sich wohl und freut sich, wenn sie sieht, wie das selbstangebaute Obst und Gemüse gedeiht. Wenn es reif genug für die Ernte ist, verwandelt die Hobbygärtnerin es zu leckerem Essen. Diese zwei Leidenschaften hat Lisa Kief wohl von ihrer Oma geerbt, denn ihr hat sie schon als Kind immer gerne im Garten und der Küche geholfen.

„Ich fand es damals schon schön zu sehen wie alles wächst, zu ernten, Spargel zu stechen und danach in der Küche zu sein“, erzählt die heute 29-Jährige, die seit fast drei Jahren ihre Leidenschaften auf ihrem Kochblog „Lisa kocht !“ gerne mit anderen teilt. Ihr Motto dabei lautet: „Selbstgemacht schmeckt‘s doch immer noch am besten.“

Als die gebürtige Reilingerin in ihre erste eigene Wohnung nach Hockenheim zog, begann sie auf dem Balkon Tomaten in Pflanzkästen zu ziehen. Nach und nach wagte sie sich an immer mehr Gemüse und der Platz wurde langsam eng. Mit Stolz sah auch ihr Vater auf Lisas Arbeit und stellte seiner Tochter kurzerhand seinen Garten in Reilingen zur Verfügung, der schon seit einigen Jahren brach lag.

Sofort nahm Lisa Kief das Angebot an, legte Beete an und setzte ihre Pflanzen in die Reilinger Erde. Genau so, wie sie es damals mit ihrer Oma gemacht hat, der dieser Garten übrigens auch einmal gehört hatte. „Es ist für mich immer wieder etwas besonderes, wenn ich im eigenen Garten ernte. Ich fühle mich dann so stolz wie eine Mutter und könnte Luftsprünge machen, wenn ich sehen wie hier alles wächst und gedeiht“, sagt die naturverbundene Frau mit einem herzlichen Lachen.

Kleine Männchen aus Karotten

Und schon sitzt sie wieder zwischen ihren Beeten, erntet scharf riechende Chilischoten, schaut nach Paprika und Tomaten und zieht vorsichtig noch ein paar Karotten aus der Erde, alles mit leuchtenden Augen und kleinen Jubelrufen. „Ich freue mich über alles. Ganz besonders dann, wenn mal etwas aus der Art schlägt. Die Natur macht so viele schöne Dinge wie zum Beispiel Karotten, die aussehen wie kleine Männchen“, ergänzt Lisa Kief.

Lässt man seinen Blick weiter schweifen, fällt er auf den Mangold mit seinen schönen Farben, auf Kohlrabi, Rote Beete, Kürbis, Weißkohl, Palmkohl, Brokkoli, Salat und viele Kräuter. Gedüngt wird alles nur mit Brenneseldung, darauf schwört die Bloggerin. Schon bei der Auswahl der Samen ist sie sehr wählerisch und hat sich dafür entschieden, nur Demeter Bio-Saatgut zu verwenden und ihre Pflanzen selbst zu ziehen. „Was für andere Frauen vielleicht ein Katalog mit den neuesten Kleidern ist, ist für mich der Saatgut-Katalog. Ich kann es kaum abwarten, bis der neue erscheint“, lacht Kief.

Für die gelernte Fleischereifachverkäuferin ist die Arbeit im Garten und in der Küche ein Ausgleich, den sie zum Abschalten braucht. Oft geht sie schon vor ihrer Arbeit an der Fleischtheke bei Rewe in ihren Garten und gießt. Nach der Arbeit wird geschaut, was geerntet werden kann und zu Hause geht es dann an den Herd. Dabei probiert die 29-Jährige gerne eigene Kreationen aus. Natürlich aus den Zutaten, die sie gerade zur Verfügung hat, denn es ist ihr wichtig, saisonal zu kochen und eventuelle Reste zu verwerten. Die schnellen Begleiter aus der Tüte kommen ihr allerdings nicht in den Topf, denn Lisa Kief möchte ganz genau wissen, was in ihrem Essen ist. „Ich bin es schon immer gewohnt, dass alles frisch gekocht wird“, erklärt sie und erzählt, dass ihr Opa Koch war. Es scheint also doch so, dass vieles in den Genen liegt und sie führt somit etwas fort, was für viele in ihrem Alter oft untypisch ist und für altmodisch gehalten wird.

„Ich muss einfach immer etwas machen, denn ich kann nicht stillsitzen. Ich liebe es, wenn alles bunt ist. Wenn ich meine Ideen nicht verwirklichen würde, dann würde mir wohl mein Kopf platzen“, sagt sie. Neben dem Kochen, dem Backen und der Arbeit im Garten, verwandelt Lisa Kief gerne Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, in neue bunte nützliche Helfer. Denn Dinge einfach wegzuwerfen, fällt ihr sehr schwer.

Bunte Scherben in Beton

So verwandelte sie beispielsweise einen alten Kerzenständer kurzerhand in einen Pflanztopfhalter für ihre Kräuter und eine alte kaputte Blumenvase zertrümmerte sie und legte die bunten Scherben in eine Betonmasse. Die so entstanden Formen werden in ihrem Garten als Trittplatten auf dem Boden verlegt. Sie bastelte eine Vogelscheuche und nutze einen alten Gartenschlauch als bunte Dekoration am Gartenzaun. Auch diese Ideen teilt sie gerne in Fotos und Videos mit allen Interessierten. Genau wie die Streichaktion, bei der sie das kleine Häuschen im Pipi Langstrumpf-Stil verschönerte.

Ihre Rezepte findet man auf ihrem Blog und ihrer Facebookseite. Die sind genau so bunt gemischt wie das Leben von Lisa Kief, denn auch beim Essen ist sie kreativ und liebt Abwechslung. „Bei mir gibt es nie zwei Tage das gleiche und bei meinen Rezepten stelle ich immer selbst die Mengenverhältnisse und die Verfeinerungen zusammen“, erklärt sie stolz. Mit ihrer fliederfarbenen Kochjacke mit der Aufschrift „Lisa kocht“, die sie von einer Freundin geschenkt bekommen hat, und einem Korb voll frisch geerntetem Gemüse macht sich die Hobbyköchin auf den Heimweg. Nach einem prüfenden Blick auf ihre Pflanzen steckt sie den Schlüssel ins Schloss unter dem ein Schild mit der Aufschrift „Ich liebe meinen Garten“ hängt. Zuhause stellt sich Lisa Kief dann sofort an den Herd, denn sie hat sich dazu entschlossen, ein Shakshuka zu kochen. Das ist ein Gericht aus der nordafrikanischen und israelischen Küche. Gekonnt hackt sie Zwiebeln, schneidet den Paprika, gibt alle Zutaten in die Pfanne und hat jede Menge Spaß beim Kochen.

Info: Den Link zum Blog gibt’s hier.

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