Reilingen

Ortskernsanierung Land und Gemeinde stehen Hausbesitzern bei Sanierung und Modernisierung zur Seite / Programm läuft noch bis 2024

Der Wohnwert im Oberdorf wird gesteigert

Archivartikel

Reilingen.Mit der Corona-Pandemie hat sich vieles im Alltag verändert. Der virulente Krankheitserreger hat ihn fest im Griff. Die trotz leichter Lockerungen immer noch fragile Lage lähmt das Handeln und lässt wenig Raum für zukunftsweisende Entscheidungen. Auch die Ortskernsanierung wurde von der Passivität erfasst, berichtet Norbert Geissel, der sich in der Gemeinde um die Belange der Ortskernsanierung kümmert. „Derzeit ist die Nachfrage nach Fördermitteln sehr schwach“, bedauert er.

Und dabei sei aktuell der Fördertopf noch gut gefüllt, um aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ einen Zuschuss für ein Bauvorhaben im Sanierungsgebiet zu erhalten. Für die Bewohner des Oberdorfes könne es sich also lohnen, gerade jetzt über eine Modernisierung ihres Anwesens nachzudenken.

Seit fünf Jahren ein Impulsgeber

Seit der Aufnahme des Programms vor fünf Jahren wurden im Sanierungsgebiet des Oberdorfes eine Vielzahl von Missständen angegangen. Schon etliche, aktiv gewordene Hauseigentümer durften sich über stattliche finanzielle Hilfen freuen, um die überalterte Bausubstanz ihres Eigenheimes aufzufrischen oder energetisch zu verbessern. So konnte beispielsweise die Familie Poppe-Tannert Ende März in ihr generalsaniertes und aufgestocktes Wohnhaus in der Bierkellergasse 13 einziehen.

Auch die Gemeinde hat kräftig investiert und kann auf nachhaltige Verkehrsprojekte verweisen, beispielsweise den Ausbau des Radweges in Ortsrandlage, die Erneuerung der Bierkellergasse und der Hildastraße. Nicht zu vergessen eine möglich gewordene, aufwendige Sanierung des Nebengebäudes „Zum Löwen“. Längst sind aber nicht alle Vorhaben im Sanierungsgebiet wahr geworden, warten noch einige Projekte darauf, demnächst umgesetzt zu werden.

Das 2015 eröffnete und bis etwa zum Jahr 2024 begrenzte Förderprogramm zur Ortskernsanierung hat ein Volumen von mittlerweile 2,33 Millionen Euro, den Komplementäranteil der Gemeinde in Höhe von 40 Prozent eingeschlossen. In der bisherigen Laufzeit konnten schon über 30 Ordnungs- und Sanierungsvereinbarungen für private Vorhaben mit einem Gesamtfördervolumen von rund 435 000 Euro abgeschlossen werden.

Wer kann Fördergeld beantragen?

Der Förderschwerpunkt umfasst ein abgegrenztes Areal im Oberdorf (Teile der Hauptstraße) inklusive zahlreicher Gebäude in der Speyerer Straße, Friedrichstraße, Hildastraße und Bierkellergasse. Wer für sein Haus neue Fenster oder eine neue Heizung braucht, den Schall- und Wärmeschutz verbessern oder komplett sanieren will, kann ebenso Fördergelder erhalten, wie Besitzer, die überalterten Baubestand abräumen wollen. Reine Instandhaltungsmaßnahmen wie ein Farbanstrich der Fassade oder die Neueindeckung eines Daches sind nicht zuwendungsfähig.

Für eine Modernisierung oder Instandsetzung werden die Zuschüsse pauschaliert. Die Höhe ist abhängig vom Grad der Sanierungsbedürftigkeit, dem Gebäudealter und -zustandes sowie den städtebaulichen Zielsetzungen. In der Regel sind es 27 Prozent der förderfähigen Aufwendungen, maximal aber 30 000 Euro pro Objekt. Abbruch- und Entkernungsmaßnahmen sowie Vorhaben zur Baureifmachung von Grundstücken als Vorbereitung einer Neubebauung werden mit 80 bis 100 Prozent bezuschusst. Ein Baubeginn ist erst nach Vertragsabschluss förderfähig. Ein Rechtsanspruch auf Fördermittel besteht nicht. jd

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