Reilingen

Landwirtschaft Saisonstart für die heimische Freilufternte / Helfer auf den Feldern fehlen

Die Beeren sind los

Archivartikel

Reilingen.Es gibt viele Gründe, das Frühjahr zu lieben. Die jährlich langersehnte Erdbeersaison ist ganz sicher einer davon. Denn dem verführerischen Duft der grün bemützten, schmackhaften Früchte kann man sich nur schwer entziehen. Eine besondere Freude also, dass in diesem Jahr bereits zwei Wochen nach Ostern die ersten erdbeerroten Vitaminspender aus geschütztem Anbau dem Betrachter engegenleuchten. Bei weiterhin milden Temperaturen und ausreichend Sonne werden auch die Freilandfrüchte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die begehrten frühen Sorten wachsen beim Reilinger Beerenspezialisten Klaus Schröder in Folientunneln auf Erddämmen bis zur Reife heran. Die Beeren sind dort rundum mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgt und geschützt vor jeglichen negativen Umwelteinflüssen. Die Erntehelfer haben jetzt viel Arbeit vor sich, die reifen Früchte in täglich anwachsenden Mengen zu pflücken. Am ersten Erntesonntag waren es schon 1800 Schalen mit den verheißungsvoll süßen Erdbeeren. In der Hochsaison können es schon mal bis zu 20 000 am Tag sein.

Normalität im Ausnahmezustand

Ein Saisonstart ganz ohne Spargel- und Erdbeerprinzessin Kim I. und die traditionelle Verkostung durch regionale Vertreter der Politik ist die neue Normalität im Ausnahmezustand. Dafür verantwortlich ist das Coronavirus, welches das private Leben auf den Kopf stellt und das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gebracht hat. Auch für Landwirt Klaus Schröder ist die jetzige Situation eine große Herausforderung, denn die Verfügbarkeit der osteuropäischen Saisonarbeitskräfte ist wegen der Corona-Pandemie begrenzt. Vom Einreisestopp auf dem Landweg über länderspezifische Ausreisebeschränkungen bis hin zum umfassenden Einreisestopp reicht der Spannungsbogen, der ihm schon manch schlaflose Nacht beschert habe.

„Wir werden alle Kräfte mobilisieren, um trotz der schwierigen Bedingungen den Ertrag unserer monatelangen Arbeit in bester Qualität in den Verkauf zu bringen“, verspricht Schröder. Erdbeer-Liebhaber greifen besonders gern zu Früchten aus heimischem Anbau. Denn die sind besonders aromatisch, weil sie bis zum Schluss an der Pflanze reifen können und nach dem Pflücken keine langen Transportwege zurücklegen müssen. Das kommt nicht nur der Umwelt, sondern auch den Früchten selbst zugute. Denn vollreife Früchte haben mehr Geschmack und einen höheren Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen. Dabei gilt: Je dunkler das Rot, desto gesünder ist auch die Erdbeere. jd

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional