Reilingen

Neuorganisation Bürgermeister lädt Zuständige für Gemeinde- und Staatswald zum Austausch / Zusammenarbeit bei Brennholzverkauf / Weiter Sprechstunden im Rathaus

Direkter Draht zum Förster soll nicht verloren gehen

Archivartikel

Reilingen.Weder Kiefer und Käfer noch Eiche und Eber werden den Unterschied bemerken, doch für die menschliche Administration ist die Veränderung erheblich. Für Kommunal-, Staats- und Privatwald gibt es nach der Neuorganisation des Forstes verschiedene Zuständigkeiten. Der Staatswald wurde in ForstBW, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, ausgegliedert, während der kommunale Wald wie bisher durch das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises betreut wird (wir berichteten). Was das beispielsweise für die Reilinger bedeutet, die mit heimischem Holz heizen, wollte Bürgermeister Stefan Weisbrod aus erster Hand erfahren und lud die zuständigen Forstleute ins Rathaus ein.

Um den Gemeindewald kümmert sich Gunter Glasbrenner. Wenn es dagegen um Angelegenheiten in der Lußhardt (Steinallee/Bierallee) geht, heißt der Ansprechpartner Volker Böning von ForstBW, fasste Weisbrod zusammen. Die beiden wollen sich beim Thema Brennholz austauschen, um die Bürger je nach Aufkommen zu versorgen, kündigte Glasbrenner an.

Über die vom Bürgermeister gewünschten Sprechstunden im Rathaus will er noch mit dem neuen Forstbezirksleiter Philipp Schweigler sprechen, einmal pro Quartal sei das sicher kein Problem. Der scheidende Forstbezirksleiter Sebastian Eick brachte das Instrument Onlinebestellung bei Kreisforstamt ins Gespräch, das beim Brennholz den personellen Aufwand reduzieren soll.

Die Gelegenheit zum direkten Dialog zwischen Bürger und Förster liegt Weisbrod auch deshalb am Herzen, weil die Menschen dem Wald mehr Aufmerksamkeit widmen.

Verstärkt kritische Nachfragen

Nach den Nachrichten über den Zustand aufgrund von Trockenheit gebe es etwa bei Abholzungen verstärkt kritische Nachfragen. Die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit im Kreisforstamt sagte Eick zu: Ein eigenes Referat „Wald und Gesellschaft“ werde sich darum kümmern und private Waldbesitzer beraten. Der Bürgermeister sprach auch den Windpark Lußhardt an, der von Reilingen sehr deutlich zu sehen sein würde. Den Bürgern bereite Probleme, dass die Initiative vom Waldeigentümer Forst BW ausgegangen sei – obwohl erhebliche Waldflächen dadurch verloren gehen. Bernd Schneble machte deutlich: „Der Staatswald gehört dem Land Baden-Württemberg, dessen Energiepolitik im Landtag in Stuttgart gemacht wird.“ Das Land wolle Flächen für die Windkraft zur Verfügung stellen, darum sei die Fläche im Planungsprozess.

Für die künftige Betreuungsintensität hat Sebastian Eick ein gutes Gefühl: Das Revier, zu dem Reilingen gehört, sei flächenmäßig das kleinste im Bereich des Kreisforstamts. Es sei jedoch schwer abzuschätzen, was im Bereich Hockenheim passiere mit dem Ring. Diese Einschätzung teilt Gunter Glasbrenner: „Reilingen macht mir die kleinsten Sorgen.“ Die Hockenheimer „Ansprüche“ kann auch er noch nicht einschätzen.

Einig waren sich die Gesprächspartner, dass das Thema Jagd in der Lußhardt verbesserungsbedürftig sei. Eick: „Die Schwarzwildbestände müssen reguliert werden.“ Die Schäden für die Landwirte wie auch an vielen Wegen seien enorm, mahnte Weisbrod. Neben der Reparatur von Waldwegen – vor allem des Waldlehrpfads – stand auf seiner Wunschliste auch die Ausweisung weiterer Parkplätze an der Stein-/Bierallee und (für die Feuerwehr) eine deutlichere Markierung der Gemarkungsgrenzen.

Für die Teilnahme an der Gemeindetag-Aktion „1000 Bäume für 1000 Kommunen“ erbat der Bürgermeister erfolgreich fachliche Koordination durch die Förster. mm

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