Reilingen

Gemeinderat Aus Standortfrage wird Grundsatzdebatte / Stromzapfsäule gegenüber dem Rathaus

E-Ladestation erzeugt Spannung

Reilingen.Mehr Spannung als erwartet steckte in der Gemeinderatsdebatte über den Standort einer E-Ladestation am Montagabend. Eine geschlagene Stunde nahm sich das Gremium Zeit, nicht nur über den besten Platz für die Stromzapfsäule, sondern auch über Grundsätzliches zu diskutieren. Mit acht Ja-Stimmen, vier Ablehnungen und fünf Enthaltungen machte der Verwaltungsvorschlag, der Parkplatz Kleiner Hertenweg gegenüber vom Rathaus, schließlich das Rennen.

Von der Ausdauer seiner Ratskollegen überrascht zeigte sich Peter Kneis als Sprecher der CDU, die die Errichtung bei der Haushaltsberatung 2016 beantragt hatte. „Ich stelle fest, dass wir uns über 7000 Euro viel länger unterhalten als manchmal über 700 000 Euro.“ Kneis erinnerte daran, dass der grundsätzliche Beschluss längst gefallen sei.

Doch gerade um Grundsätzliches drehte sich das Gespräch, nachdem Ralf Strohecker, Kommunalberater der EnBW, die Modalitäten vorgestellt hatte. Demnach kauft die Gemeinde die Ladestation, während der Stromkonzern sie betreibt und dafür monatlich Servicekosten für Abrechnung und Wartung von 70 Euro von der Gemeinde erhebt.

Peter Geng (Freie Wähler) fühlte sich damit nicht wohl und verglich das mit einer Mineralölgesellschaft, die von der Gemeinde auf deren Gelände eine Tankstelle gebaut haben möchte und im Gegenzug verspricht, für genug Benzin zu sorgen. Er sehe keine Notwendigkeit zu investieren, um der EnBW den Stromverkauf zu erhöhen, sagte er.

Teil des Klimaschutzkonzepts

Bürgermeister Stefan Weisbrod wollte das so nicht stehenlassen und erinnerte daran, dass die Einspeisevergütung für Solarstromproduzenten auch die Allgemeinheit bezahle. Er sah das Angebot einer E-Ladesäule eingebettet ins Klimaschutzkonzept der Gemeinde. Peter Kneis unterstrich, ein Ladepunkt sei kein Geschäftsmodell, mit dem sich Geld verdienen lasse. „Das machen wir aber mit Blumen und Fahnen auch nicht. Sondern es macht den Ort attraktiver. Einer muss halt mal den Anfang machen.“

So sah es auch Dieter Rösch (SPD): „Die Gemeinde ist in der Pflicht, das zu leisten, so wie andere Infrastrukturmaßnahmen, die auch nicht alle nutzen können. Wir haben hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen.“ Silvia Vögtle (Freie Wähler) sah den Parkplatz des Rewe-Markts als geeigneteren Standort, weil das Laden unterwegs mit anderen Tätigkeiten verbunden werden müsse.

Dessen Pächter habe das von finanziellen Zugeständnissen abhängig gemacht, erklärte Bürgermeister Weisbrod, da auch der Parkplatz gemietet sei. Damit war die Alternative für dieses Mal vom Tisch.

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