Reilingen

Dorfgemeinschaftshaus Das zum „Löwen-Ensemble“ gehörende ehemalige Stallgebäude wird mit großem Aufwand saniert / Anbau ist einsturzgefährdet

Ein Stück Ortsgeschichte wird erhalten

Reilingen.Seit November vergangenen Jahres steht fest, dass sich der Gemeinderat für den Erhalt und eine grundlegende Sanierung des historischen Nebengebäudes zum Dorfgemeinschaftshaus und Gasthaus „Zum Löwen“ ausgesprochen hat. Knapp ein Jahr später sind nun erste Rohbauarbeiten in Angriff genommen worden. Detailplanung, sowie Bau- und denkmalschutzrechtliche Genehmigung hatten sich bis Ende Juni hingezogen, und mit Rücksicht auf den Biergartenbetrieb war in den Sommermonaten nicht an eine lärmende Baustelle direkt daneben zu denken.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble ist eines der ältesten und schönsten im Ort. Das Gasthaus „Zum Löwen“ wird erstmals 1435 als Herberge urkundlich erwähnt. Die Gemeinde hatte Anfang der 1980er Jahre den Gebäudebestand erworben und eine Generalsanierung im November 1985 abgeschlossen.

Desolaten Zustand entdeckt

Dabei war auch das gegenüber der Lokalität stehende, ehemalige Stallgebäude renoviert worden, dessen Standsicherheit heute akut gefährdet ist. Sein desolater Zustand offenbarte sich erst, nachdem es geräumt und entkernt worden war.

Dachkonstruktion und Mauerwerk sind erheblich mängelbehaftet. So sind Balken verfault, Mauerwerk der Innen- und Außenwände deformiert und instabil. Setzrisse kennzeichnen die Außenwände. Kurzum: Das ganze Gebäude muss von Grund auf ertüchtigt werden, damit es als Lager für den Gastronomiebetrieb dienen und dessen Toilettenanlagen aufnehmen kann. Die Gesamtkosten von über 300 000 Euro sind eindrucksvoll. Glücklicherweise sind sie zu 60 Prozent aus dem Fördertopf der Ortskernsanierung finanzierbar.

Mit im Sanierungsprogramm

„Wir müssen zunächst die Fundamente unterfangen und die instabilen Außenwände durch einen umlaufenden Betonringanker sichern“, beschreibt Architekt Eberhard Vögele die Herangehensweise. Dann erst könnten alle Holzteile der Dachkonstruktion kraftschlüssig verbunden, verfaulte Balken ersetzt und mit zusätzlichen Querträgern die Lasten abgefangen werden.

Neu aufzubauen wäre zudem die komplette Innen-Infrastruktur. Die Fachwerk- und Klinkerfassade bleibt auf Vorgabe der Denkmalbehörde erhalten. Die Rohbauarbeiten führt die Oftersheimer Bauunternehmung Eckert aus. Weitere Folgegewerke werden gerade ausgeschrieben oder stehen zur Vergabe im Gemeinderat an.

Die Wirtsfamilie Michael Ruck befestigt derweil den rückwärtigen Innenhof mit einer stabilisierenden Schotterauflage, ergänzt durch einen Kiesbelag und optimiert das Schatten spendende Grün. jd

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