Reilingen

Evangelische Kirchengemeinde Martin-Luther-Haus wird abgerissen / Wohngebäude geplant

Eine Ära geht zu Ende

Reilingen.An einem Sonntag im Juli vergangenen Jahres hat die evangelische Kirchengemeinde bereits mit Wehmut Abschied vom altehrwürdigen Lutherhaus genommen. Denn mit dem Übergang in andere Hände war sein Schicksal besiegelt.

Den rund 120 Jahre alten Gebäudekomplex erwartet der vollständige Abriss. Den entstehenden Freiraum von 1280 Quadratmetern will ein Investor mit vier frei stehenden Wohngebäuden bebauen. Ein Vorhaben, das gerade das baurechtliche Genehmigungsverfahren durchläuft.

Gebäude wird entkernt

Die Abrissgenehmigung ist dagegen bereits erteilt. Ein Abbruchunternehmen aus dem benachbarten Hockenheim arbeitet gerade daran, das ehemalige Gemeindehaus zu entkernen.

Einst als Zigarrenfabrik errichtet

Nach der Beseitigung von etwaigen Schadstoffen werden alle Einbauteile, wie Bühne, Türen, Fenster, Böden, nichttragende Innenwände sowie die Gebäudetechnik entfernt. Das Haus wird praktisch auf die statisch relevanten Bauteile zurückgebaut. Die eigentlichen Abbrucharbeiten werden voraussichtlich in der zweiten Novemberhälfte erfolgen.

Ursprünglich war das „Martin-Luther-Haus“ eine Zigarrenfabrik. Sie war kurz nach dem Bau der Alten Friedhofstraße im Jahr 1899 durch die Firma Bensinger errichtet worden. Seit 1935 wurde das im Laufe seiner Geschichte mehrfach erweiterte und umgebaute Gebäude als Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde genutzt. Bis 1975 war dort der evangelische Kindergarten untergebracht.

Das neue Luther-Haus entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft auf 1647 Quadratmetern kircheneigenem Grund im Baugebiet am Rathaus. Das veranschlagte Kostenvolumen ist mit insgesamt 1,5 Millionen Euro beziffert. Der Spatenstich ist schon erfolgt, bis zum Herbst nächsten Jahres soll das Haus fertig sein. jd

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