Reilingen

Obst- und Gartenbauverein Jungen und Mädchen aus sieben Kindergärten stellen Apfelsaft her

Ernten – pressen – genießen

Archivartikel

Reilingen.An acht Vormittagen drehte sich im Vereinsgarten des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) alles um den Apfel. Mittlerweile hat es sich der OGV zur Tradition gemacht, im September die örtlichen Kindergärten zum Apfelsaftpressen einzuladen. Doch in diesem Jahr mussten die Kindergärten erst ein Konzept entwickeln und die Gruppen zahlenmäßig den Corona-Vorschriften anpassen. Um diesen Vorschriften gerecht zu werden, wurde das Apfelsaftpressen kurzerhand vom OGV auf acht Vormittage ausgedehnt.

Die Kindergärten St Josef, Oberlin, St Anna, „Die kleinen Hasen“, „Die kleinen Sterne“ und „Die Feldhasen“ waren mit ihren Erzieherinnen mit freudiger Erwartung zu Gast. Mit einem aufgeschnittenen Apfel wurde zu Beginn das Innenleben der Frucht erklärt. Ungläubig schauten sich die Kinder an, als erklärt wurde, dass ein Apfel aus sechs Teilen besteht – Fruchtfleisch, Schale, Kernhaus, Kerne, Stiel und Blütenrest. Der Apfel kann als Gesundheitsbombe bezeichnet werden, wenn er mit der Schale gegessen wird, denn die meisten Vitamine und Ballaststoffe sitzen direkt darunter. Mit diesem Wissen bissen die Kinder voll Genuss in die Äpfel und bestätigten, wie lecker ein Apfel mit Schale schmeckt.

Das Kernhaus wurde bildlich von verschiedenen Kindergärten mit dem bekannten Kinderlied erklärt: „In meinem kleinen Apfel da sieht es lustig aus, darinnen sind fünf Stübchen, grad wie in einem Haus.“

Drei große Eimer vollgepackt

Nach diesem Einstieg bewaffneten sich die Kinder mit Eimern. Voller Tatendrang huschten sie durch die Reihen der Obstbäume, um reife Äpfel zu ernten, und auch die, die schon auf den Boden gefallen waren, aufzulesen. Drei große Eimer hatten die Kinder vollgepackt, die sie dann zu den Helfern zum Pressplatz vor das Vereinshäuschen trugen.

Wenn frischer Apfelsaft gemacht werden soll, muss das rotbäckige Obst erst einmal gut gewaschen werden. Dafür erhielt es eine Dusche mit dem Gartenschlauch. Anschließend war die Hilfe der Kinder gefragt – die Äpfel mussten sortiert werden. Entdeckten sie braune Stellen, wurden diese von den Presshelfern ausgeschnitten. Als diese Arbeit erledigt war, lauschten alle, wie es weiter-geht – mit einer Maschine, welche als „Formel-1-Mühle“ bezeichnet wurde, weil die Obstmühle genauso ein Geräusch macht wie die Rennautos. Viel Bewunderung fanden die großen Messer der Obstmühle. Mit viel Getöse wurden die Äpfel ganz fein gemahlen. Alles was oben eingefüllt wurde, kam unten als Brei heraus und wurde mit einer großen Schüssel aufgefangen.

Schon beim Einfüllen tropfte unten aus der Presse der erste Saft. Aufgeregt standen die Kinder mit Bechern in den Händen bereit, denn sie wollten den Saft schnell probieren. „Oh ist das lecker, und das riecht ganz arg nach Apfel“, hörte man sogleich die Kinderstimmen. „Jetzt brauchen wir Hilfe, nun müssen wir pressen“, riefen Gerhard und Karl vom OGV-Pressteam.

Schnell drängten sich die Kinder, um an dem großen Rad der Apfelpresse zu drehen, und schon begann der Saft wieder zu laufen. Die Helferinnen vom OGV füllten schnell die Becher mit Apfelsaft nach. Auch der beim Pressen entstandene Press- oder Tresterkuchen wurde von Werner Borowski ausführlich erklärt. Die Kinder bewunderten den Presskuchen und waren voll Begeisterung, wie gut die Apfelstücke schmeckten.

Mit jeder Menge Gesprächsstoff über das Erlebnis, dankten die Kinder den Verantwortlichen. kbi

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