Reilingen

Gemeinderat Mäharbeiten der Ackerrandstreifen sorgen für Unmut / Schleichweg zum Badesee in St. Leon soll ein Riegel vorgeschoben werden

Gegen geplante Windräder regt sich Widerstand

Reilingen.Das Thema Natur- und Umweltschutz dominierte eindeutig die Anfragen der Gemeinderäte, mit denen die letzte Sitzung der Runde in dieser Besetzung endete. Dabei wurden einige Themen angesprochen, die für ungläubiges Kopfschütteln im Bürgersaal sorgten, so der Reiseverkehr in Richtung St.-Leoner Badesee oder die geplante Errichtung eines „Windparks Lußhardt“.

Eröffnet wurde die Fragerunde durch Jens Pflaum (FDP), der mit seiner Thematik noch im Ortszentrum blieb. Ob die Baumaßnahme Hockenheimer Straße noch im Zeitrahmen wäre, wollte er wissen. „Es wäre die erste Baustelle, die im Zeitfenster bliebe“, betonte Bürgermeister Stefan Weisbrod, der auf Verzögerungen bei der Sanierung der Wasserleitungen verwies. Dennoch, von dem Wunsch, die Fertigstellung als Weihnachtsgeschenk zu erhalten, habe man sich noch nicht verabschiedet, man sei noch im Zeitrahmen. Pflaum wollte ferner wissen, ob es schon eine Kostenaufstellung für den Rathausumbau gebe, insbesondere was das neue Trauzimmer gekostet habe. Die Aufstellung sei in Arbeit, erwiderte Weisbrod, und merkte zugleich an, dass ein Großteil der Kosten in die erforderliche Brandschützertüchtigung geflossen sei.

240 Meter hoch

Sabine Petzold (FW) wollte wissen, ob die Gemeinde noch zu einem Vorhaben in der Nachbarschaft gehört werde – auf der Gemarkung der Gemeinde St. Leon sei ein „Windpark Lußhardt“ geplant mit insgesamt zehn Windenergieanlagen, sprich Windrädern, mit einer Höhe von 240 Metern samt Rotor. „Der Kölner Dom ist 157 Meter hoch“, fügte Petzold als Vergleich hinzu. Was diese Dimension für das Landschaftsbild bedeutet, könne sich jeder selbst ausrechnen.

Ob dieses Projekt der Gemeinde bekannt sei und ob sie gegen das Vorhaben der Firma Wirsol Stellung beziehen werde, wollte Petzold wissen. Die Antwort fiel Weisbrod leicht: „Wir wissen davon nichts.“ Sollten die Pläne konkret werden, müsse Reilingen im Zuge des Planfeststellungsverfahrens gehört werden und werde sich entsprechend äußern.

Einmal beim Thema griff Weisbrod noch ein zweites auf, gleichfalls St. Leon betreffend und mit wenig Informationen in Richtung Reilingen: Die Nachbargemeinde plane eine Umgehungsstraße und sämtlich fünf im Raum stehende Varian-ten würden die Reilinger Gemarkung tangieren. Auch hier warte man auf den Zeitpunkt, an dem sich die Gemeinde offiziell äußern dürfe.

Gleichzeitig gemäht

Dieter Rösch (SPD) störte sich an den im Gemeindegebiet gemähten Ackerrandstreifen. Zumal gleichzeitig die Felder gemäht worden seien, Insekten und andere Tiere nun keine Rückzugsmöglichkeiten mehr hätten. Seine Bitte war, die Mäharbeiten, wenn schon nötig, dann doch zeitversetzt auf der Gemarkung durchzuführen und nicht allesamt auf einen Schlag.

Weisbrod ging in seiner Antwort auf die Mäharbeiten an den Straßenbanketten ein, die aus Sicherheitsgründen erfolgen mussten. Allerdings habe man an den Straßenrändern, insbesondere Richtung Walldorf, gewartet, bis die Blumen verblüht waren.

Von der Gemeinde angelegte Ackerrandstreifen seien zu spät ausgesät worden und ein Opfer der Hitze geworden, die Bienenweiden seien angelegt, auch wenn deren Optik, die an nachlässige Pflege erinnere, nicht immer angenehm sei, antwortete er auf die Zusatzfrage von Rösch nach dem SPD-Antrag zum Thema Diversität.

Woraufhin Rösch nochmals seine Bitte bekräftige, nicht alles auf einmal zu Mähen. Was wiederum Klaus Schröder (FW) zur Aussage bewegt, dass Heu gemacht werde, wenn Heuwetter sei. Allerdings, schränkte der Landwirt ein, die Ackerrandstreifen würde er nicht mähen.

Doch Schröder hatte ein ganz anders Anliegen. Er hatte am Wochenende in den Kisselwiesen Heu gemacht und dabei das Vergnügen, den Pkw-Verkehr auf dem Feldweg von der Schlossmühle durch das kleine Waldstück in Richtung St.-Leoner See zu beobachten. Rund 70 Fahrzeuge hat er an einem Tag gezählt, die wohl fehlgeleitet durch ihr Navi diesen Schleichweg nutzten, wie er von einigen Fahrern erfuhr, die er um Auskunft bat.

Reger Reiseverkehr

Entweder, so seine Forderung, kommt an die Schlossmühle ein festes Schild, das den Badeverkehr aussperrt – oder es werden Poller aufgestellt, merkte Weisbrod an. Peter Kneis (CDU) erinnerte an die Schranken im Wald, die einfach nur geschlossen werden müssten. „Die Schrankengewalt hat der Förster“, so Weisbrod, der sich mit diesem in Verbindung setzen will.

Eigentlich hätte Schröder noch ein Thema im Zusammenhang mit den Mäharbeiten unter der besonderen Erschwernis durch die Hinterlassenschaft des Menschen liebsten Freundes in petto gehabt – die Anleinpflicht für Hunde – an die sich keiner halte und die auch nicht kontrolliert werde, doch beschränkte er sich auf ein resigniertes Kopfschütteln.

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