Reilingen

Evangelische Kirchengemeinde Pfarrerin Eva Leonhardt und ihr Helferteam bringen Religion, Fürbitten und Musik per Video in die heimischen vier Wände

Gotteshaus aus anderem Winkel kennenlernen

Archivartikel

Reilingen.Bereits zum dritten Mal konnten die Gläubigen der Evangelischen Kirchengemeinde den Gottesdienst im Internet verfolgen. Gedreht wurde dafür, wie auch die Male zuvor, in der Kirche der Gemeinde – diese Zeitung warf dabei einen Blick hinter die Kulissen.

Pfarrerin Eva Leonhardt hat wie gewohnt einen Gottesdienst vorbereitet, die passenden Lieder dazu ausgesucht. Wolfgang Müller und Anke Palmer begleiteten den Video-Gottesdienst musikalisch. Ute Hofmann erklärte sich dazu bereit die Lesung und die Fürbitten vorzutragen, Bastian Hoffmann fungierte als Kameramann. Bevor dieser jedoch die Kamera starten konnte, besprachen die Protagonisten jedes Teilstück des Gottesdienstes und überlegten gut, wer wo steht, damit es auf dem Video gut aussieht, und, dass auch die Abstandsregeln eingehalten werden.

„Es ist ein völlig anderes Gefühl vor einer Kamera, statt vor den Menschen in der Kirche zu sprechen. Beim Dreh muss man aufpassen, damit man nichts vergisst“ erklärt Pfarrerin Eva Leonhardt, die Regie führt und sich immer wieder über neue Ideen ihrer Helfer freut. „Es soll natürlich nicht jeden Sonntag alles gleich aussehen, deshalb nehmen wir das Video an verschiedenen Plätzen in unserer Kirche auf. So haben die Zuschauer Abwechslung und lernen auch die Kirche besser kennen“, sagt die Pfarrerin und lacht.

Damit nicht bei jedem Dreh alle Personen präsent sein müssen und das Team nicht ständig die Plätze wechseln musste, wurde der Gottesdienst nicht ganz in chronologischer Reihenfolge aufgenommen. So starte man zuerst mit dem musikalischen Teil. Nach dem Glockengeläut spielten Wolfgang Müller an der Orgel und Anke Palmer auf der Flöte zuerst das Vorspiel und gleich darauf wurde dann auch schon das Nachspiel der Orgel, das am Ende des Videos eingeblendet wurde, aufgenommen. Um den Musikern, die zuvor schon fleißig geübt hatten, eine kurze Pause zu gönnen, sprach die Pfarrerin auf der Empore gleich den Wochen- Psalm in die Kamera.

Dann folgte eine neue Herausforderung, denn am vierten Sonntag nach Ostern, am Sonntag-Kantate, auch der Singesonntag genannt, sollte auch gesungen werden. Doch dabei müssen weitere Abstandregeln eingehalten werden als beim Sprechen. So schafften die Akteure ihre Abstände und Bastian Hoffmann korrigierte sie dann mit Drehbewegungen oder kleinen Schritten nach vorn oder zurück, damit die Sängerinnen Eva Leonhardt und Anke Palmer und auch Organist Wolfgang Müller gut zu sehen waren. Dazu wurde aus zwei verschiedenen Perspektiven gefilmt um Abwechslung ins Video zubringen.

Sprunghafte Reihenfolge im Dreh

Nach getaner Arbeit gingen die Musiker nach Hause und der Dreh wurde mit der Kirchenältesten, Ute Hoffmann, weitergeführt. Sie stand bei der Lesung am Mikrofon und las gemeinsam mit der Pfarrerin die Fürbitten. Obwohl die Aufnahmen nun schon fast alle auf aufgenommen waren, folgte nun erst die Szene der Begrüßung und Eva Leonhardt musste gedanklich wieder an den Anfang des Gottesdienstes wandern. Natürlich blieb es bei den vielen Bildern und der sprunghaften Reihenfolge nicht aus, dass eine Sequenz noch mal gedreht werden musste oder spontan neue Ideen entstanden. Es wurde auch viel gelacht und der Spaß der Mitwirkenden war nicht zu übersehen.

Bis das komplette Videomaterial zusammen war, vergingen rund zwei Stunden und für die Pfarrerin begann eine neue Arbeit – die Videos zusammenzuschneiden. „Auch wenn es viel Arbeit ist, macht mir das Schneiden doch sehr viel Spaß und es freut mich, wenn der Film dann auf unserer Homepage steht“, sagte Leonhardt stolz.

Die Idee zu dem Video-Gottesdienst entstand recht spontan und die auslösende Idee kam vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), der zu Ostern die erste Videosequenz online stellte. „Das kam sehr gut bei den Menschen an und ich hab gedacht, das probieren wir einfach auch mal aus. Wir hatten bis jetzt immer wechselnde Kameramänner und Helfer und probieren jedes Mal etwas Neues aus und lernen dabei, was wir noch verbessern können“, erklärte Eva Leonhardt.

Bis die Kirchengemeinde alle Hygieneregeln sicher umsetzten kann und die Menschen zum Gottesdienst wieder in die Kirche kommen dürfen, wird es weiterhin an den Sonntagen den Video- Gottesdienst geben, der unter www.ev-kirche-reilingen.de angeschaut werden kann.

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