Reilingen

Gemeinderat tagt TB Germania stellt Antrag auf Unterstützung bei der Sanierung seiner Sanitär- und Umkleideräumlichkeiten / Kosten auf 250 000 Euro geschätzt

Grabungen auf der Burg Wersau sollen weitergehen

Archivartikel

Reilingen.Abgesehen von den üblichen Formalien – Anfragen, Bekanntgaben und Mitteilungen – besteht die Tagesordnung der Ratssitzung am Montag, 6. Mai, im Wesentlichen aus zwei Punkten: Einem Zuschussantrag des Turnerbundes Germania und der Beratung über die weitere Vorgehensweise in Sachen Schlossmühlengelände, ehemalige Burg Wersau.

Der Turnerbund Germania (TBG) teilt sich seine Trainingsstätte, den Sportplatz, mit dem SC 08. Dort hat er auch ein Gebäude mit Sanitär- und Umkleideräumlichkeiten, das „TBG Häusel“. Allerdings, wie den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist, sind die Räumlichkeiten in keinem besonders guten Zustand, so fehlen beispielsweise Duschmöglichkeiten für die Sportlerinnen und Sportler.

Hinzu kommt, so Vorsitzender Georg Salzer in seinem Antrag auf Unterstützung, dass die Sportstätte immer öfter genutzt wird und sich Sportveranstaltungen, wie das jährliche Abendsportfest, immer größerer Beliebtheit, auch über die Gemeinde hinaus, erfreuen

Kurzum, das Gebäude soll generalüberholt werden, einen Duschtrakt erhalten und obendrein um eine Geschäftsstelle erweitert werden. Eine Kostenschätzung beziffert den Aufwand mit rund 230 000 Euro. Eine stolze Summe und auf jeden Fall zu viel für den Verein, weshalb er sich mit der Bitte um Unterstützung an die Gemeinde wendet. Nun sehen die Vereinsförderrichtlinien der Gemeinde einen Regelzuschuss für solche Baumaßnahmen in Höhe von 20 Prozent vor – wobei die Bausumme auf 150 000 Euro begrenzt ist. Mit anderen Worten – nach den Richtlinien kann der Rat den Verein maximal mit 30 000 Euro unterstützen.

Für das Projekt zu wenig, mit diesem Betrag wird es wohl scheitern. Weshalb der Rat aufgefordert ist, über eine weitergehende Förderung zu entscheiden. Von der Verwaltung vorgeschlagen ist ein Investitionszuschuss von 100 000 Euro.

Mehrzweckgebäude geplant

Ums Geld geht es auch bei der Debatte über die weitere Vorgehensweise in Sachen Schlossmühlengelände. Diese abzustimmen, fanden im Vorfeld Gespräche zwischen der Gemeinde, dem Landesarchäologen Dr. Dirk Krauße und der Uni Heidelberg, Institut Heidelberger Zentrum für das kulturelle Erbe (HCCH), sowie dem Förderverein Burg Wersau satt. Dabei wurden im Wesentlichen drei Ziele festgelegt.

Der wichtigste Punkt – Grabungsleiter Justin Schmidt soll dem Projekt erhalten bleiben. Angedacht ist, Schmidt für zunächst weitere drei Jahre an das Projekt zu binden. Im Rahmen einer Dissertation sollen die bei den Grabungen gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse aufgearbeitet und die aufgedeckten archäologischen Strukturen samt dem Fundmaterial ausgewertet werden. Um dies zu gewährleisten, soll der HCCH Schmidt als Grabungsleiter einstellen, die Gemeinde gewährt einen jährlichen Zuschuss an den HCCH von 25 000 Euro. Schmidt wiederum wird sich um ein Dissertationsstipendium bemühen, wie es vom Landesamt für Denkmalpflege ausgeschrieben wird.

Ferner herrscht Einigkeit darüber, dass sich Arbeitskreis und Förderverein Burg Wersau weiterhin in das Projekt einbringen. Und der dritte Punkt: Mittelfristig soll ein Mehrzweckbau errichtet werden. Geplant ist ein eingeschossiger Bau, der ein Café mit Veranda, Arbeitsräume, Schulungsraum und Sanitäranlagen beinhaltet und Raum für ein Magazin bietet.

Anfragen und Sonstiges schließen den öffentlichen Teil ab, zu dem die Bevölkerung eingeladen ist. aw

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