Reilingen

Erntezeit Das Ehepaar Elfriede und Paul Vögele ist in seinem Garten aktiv / Quittenbaum trägt besonders große Früchte

Größtes Exemplar wiegt 1,4 Kilogramm

Archivartikel

Reilingen.Wer in den Garten der Eheleute Elfriede und Paul Vögele schaut, dem fällt direkt auf, dass die beiden sehr darauf achten, so viel wie möglich selbst anzubauen – von Salat über Tomaten bis hin zu Erdbeeren ist hier zu den diversen Jahreszeiten alles dabei.

Während wir durch den Garten laufen, erzählt Paul Vögele im Gespräch mit unserer Zeitung, was hier zurzeit alles wächst: „Dort hängen noch unsere letzten Tomaten, hier wachsen Karotten und im Gewächshaus gedeiht Feldsalat.“ Dieses Gewächshaus habe er vor fünf Jahren selbst gebaut. Gegenüber wachsen Gurken, Zucchini, Lauch, Blumenkohl und jede Menge Salatköpfe. Wer aber denkt, dass nur für zwei Personen Gemüse angebaut wird, der irrt sich. „Wir haben eben eine große Familie, die wir damit versorgen“, sagt Elfriede Vögele und lacht. Neben all dem Gemüse wachsen noch verschiedene Kräuter wie Dill, Thymian, Rosmarin oder Schnittlauch und Petersilie.

Prachtvoll bestückt

Der prachtvoll bestückte Baum, der neben den Tomaten steht, sei ein Quittenbaum, wobei viele denken, es seien Birnen, die daran wachsen, so die Ehefrau: „Wenn Spaziergänger an unserem Garten vorbeilaufen, sagen sie oft, dass sie so große Birnen noch nie gesehen haben.“

Tatsächlich sehen die Früchte aus wie Birnen. Sie sind gelb und werden zum Stiel hin länglicher. Nur der haarige Flaum, den die Quitten aufweisen, hebt sich von den Birnen ab. „Es gibt zwei Sorten von Quitten: Apfelquitten und Birnenquitten. Wir haben die Letzteren“, erklärt Elfriede Vögele die Ähnlichkeit mit Birnen. Die Namen leiten sich also von der Form der Früchte ab. Im Geschmack sind Apfelquitten vergleichsweise zu den Birnenquitten sehr mild und nicht so sauer wie ihre Verwandten. Außerdem sind sie eher trocken, wobei die Birnenquitten sehr weich sind. Ihren Quittenbaum haben sie bereits seit 15 Jahren in ihrem Garten stehen. Ab diesem Zeitpunkt begann die Ehefrau auch, Gelee zu kochen. „Ich habe aber auch schon Quittentorten gebacken und Quittensahne sowie Quittenlikör hergestellt“, berichtet die Reilingerin von ihrer Vielfältigkeit. Auch ihren Gelee kocht sie in verschiedenen Variationen, beispielsweise mit Rum, Vanille, Apfel oder mit Lebkuchengewürz für die kalten Tage.

Außergewöhnlich groß

Besonders in diesem Jahr sind die Quitten außergewöhnlich groß. „Wegen der langen Trockenzeit habe ich den Baum besonders viel gewässert“, erzählt Paul Vögele, der vermutet, dass dies der Grund dafür ist. Durchschnittlich wiegen die Quitten 700 Gramm. „Das ist unsere größte und schwerste in diesem Jahr. Sie wiegt 1430 Gramm“, zeigt Elfriede stolz auf ein Prachtexemplar.

Die Arbeit des Geleekochens bezeichnet sie als sehr mühselig. Zuerst müsse man die Quitten gründlich abreiben, um den Flaum zu entfernen. Dann werden die Früchte zerkleinert und der Stiel entfernt. „Die Kerne lasse ich vorerst drin, weil sie sehr gut gelieren und eine schöne Farbe abgeben“, gibt Vögele Tipps. Diese Masse gebe sie in einen Topf, kocht sie ab und lässt es über Nacht stehen. Am nächsten Tag legt sie ein Tuch in ein Sieb und lässt den Saft abtropfen. Anschließend gebe sie einen drei viertel Liter mit dem Gelierzucker im Verhältnis 2:1 in einen weiteren Topf, lässt die Masse wieder aufkochen und wenige Minuten sprudeln. Danach wird der fertige Gelee in Gläser gefüllt und auf den Kopf gestellt. „Die bleiben dann 15 Minuten so stehen, damit die Luft aus dem Glas geht und sich Vakuum bildet“, weiß Elfriede Vögele.

Obwohl es sehr viel Arbeit sei, rentiere es sich jedes Jahr aufs Neue, da es zum einen sehr gut schmecke und zum anderen eine schöne Geschenkidee sei. „Zu Geburtstagen schenken wir den Gelee oft dazu, das kommt gut an, weil er im Supermarkt kaum zu kaufen ist und die meisten wissen, wie viel Arbeit dahintersteckt“, erzählt das Ehepaar.

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