Reilingen

Ortsentwicklung Technischer Ausschuss billigt zahlreiche untergeordnete Abweichungen von Bebauungsplänen / Vorhaben in der Hauptstraße abgelehnt

Im ehemaligen Kaufhaus Frey entsteht ein Café

Reilingen.Vielen Reilingern ist das Kaufhaus Frey noch ein Begriff, das auf dem Eckgrundstück Kirchenstraße und Alte Friedhofstraße angesiedelt war. Für das Haus mit seinem reizvollen Baustil zeichnet sich eine veränderte Nutzung ab. Im Erdgeschoss soll ein 60 Quadratmeter großer Gastraum für ein Café eingerichtet werden, dem sich ein Verkaufsbereich von 20 Quadratmetern anschließt, wie der Vorlage der Sitzung des Technischen Ausschusses zu entnehmen war.

Nebenräume nehmen ein WC, Lager, Büro und Küche auf. Äußerlich wird das Gebäude unverändert bleiben. Nachgewiesen sind insgesamt neun Stellplätze auf dem Grundstück. Die Zulässigkeitsvoraussetzungen für die Nutzungsänderung sah der Technische Ausschuss als gegeben an. Er erklärte einstimmig sein Einvernehmen.

Gleich mehrfach folgten die Ratsmitglieder den vom Bebauungsplan abweichenden Bauherrenwünschen. Für notwendige Befreiungen im Toleranzbereich wurde regel-mäßig das gesetzlich erforderliche Einvernehmen erklärt. Vorausgesetzt, die Untere Baurechtsbehörde teilt die eingenommene Rechtsposition, kann demnach im Kornblu-menweg die Baugrenze zur Nordwestseite um 11,52 Quadratmeter beim Bau einer Terrasse überschritten werden.

Das gilt ebenso für den abweichenden Garagenstandort auf Grundstücken im Sandblattweg, der vom Technischen Ausschuss im Wege einer städtebaulich vertretbaren Befreiung akzeptiert wurde.

Auch die von den Leitplanvorgaben geringfügig abweichenden baulichen Veränderungen in der Leipziger Straße wurden positiv bewertet. Das Bauprojekt soll nicht scheitern, weil die Baugrenze durch einen Windfang um lediglich 1,2 Prozent, und beim Einbau von zwei Dachgauben die Maximalmaße von 50 Prozent der Dachbreite um 23 Zentimeter überschritten werden.

Gebäude-Kubatur zu voluminös

Das Grundstück in der Hauptstraße 183 reicht bis tief in die Schillerstraße hinein. Über eine Bauvoranfrage will der Antragsteller klären lassen, ob sich eine rückwärtige Teilfläche von 277 Quadratmetern für den Neubau eines zweigeschossigen Wohnhauses mit maximal zwei Wohneinheiten eignet. Gegen die als zu dicht und massiv bezeichnete Bebauung richten sich Nachbareinwände.

Auch Bürgermeister Stefan Weisbrod und den Mitgliedern des Technischen Ausschusses war die geplante Kubatur des Gebäudes mit den Ausmaßen von elf mal zehn Meter und einer Firsthöhe von 10,50 Meter etwas zu voluminös. Bei einem Orientierungsmaß von maximal 100 Quadratmeter Grundfläche wurde eine Zustimmung in Aussicht gestellt.

Keine Bedenken hat der Technische Ausschuss, wenn auf dem landwirtschaftlichen Außenbereichsgrundstück am Sandweg 2 ein Stallgebäude für Pferde mit vier Paddockboxen (Boxen mit Auslauf) errichtet wird. Die Ratsmitglieder werteten das Vorhaben als dem landwirtschaftlichen Betrieb dienend und nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnehmend, somit als privilegiert. Die Fachbehörden werden über das Baurechtsamt Hockenheim am Genehmigungsverfahren beteiligt.

Rathausfassade wird geöffnet

In der öffentlichen Sitzung hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, im Erdgeschoss des Rathauses einen neuen Trau- und Konferenzsaal einzurichten. Über eine mögliche Öffnung der Südfassade mit separatem Zugang zum Rathausplatz war noch nicht entschieden worden. Das wird nach einer Information von Bürgermeister Stefan Weisbrod jetzt in der kommenden Zusammenkunft des Gemeinderats möglich, nachdem die Denkmalschutzbehörde bereits ihr Einverständnis signalisiert hat.

Fragemöglichkeit genutzt

Von ihrem Recht, Fragen an die Verwaltung zu richten, machten die Ratsmitglieder zum Schluss des öffentlichen Sitzungsteils Gebrauch. Heinrich Dorn (SPD) widmete sich dem Zustand des Banketts an der Sandwegbrücke, eingeschränkten Sichtverhältnissen am Amselweg, einem störenden Elektrokasten am Wegekreuz der Hockenheimer Straße, der Standortfrage einer Hundetoilette am Sandweg und dem schlechten Flurwegzustand am Übergang des Speyerer Weges in Richtung Neulußheim/Hockenheim.

Sabine Petzold (Freie Wähler) reklamierte nicht zum ersten Mal, dass sich die Verwaltung des „öden und geschmacklos gestalteten“ Kindergrabfeldes auf dem Friedhof annehmen möge.

Anette Schweiger (CDU) erinnerte an das überfällige Abfräsen eines Baumstumpfs am Königsberger Ring, Ecke Egerlandstraße. jd

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