Reilingen

Schwetzinger Hardt Wiederaufforstung wird vorbereitet

Kampf dem Maikäfer

Archivartikel

Reilingen.Die Schwetzinger Hardt ist das mit Abstand am stärksten von Waldschäden betroffene Waldgebiet im Rhein-Neckar-Kreis. Sämtliche Baumarten leiden unter den schwierigen Wuchsbedingungen auf den nährstoffarmen Sandböden. Die Gemeinden Reilingen und Sandhausen sowie die Städte Hockenheim und Walldorf, betreut durch das Kreisforstamt, investieren in die Neubepflanzung geschädigter Waldbereiche. Doch wie ist auf den schwierigen Sandstandorten und mit dem starken Maikäferfraß eine neue Waldgeneration zu begründen?

„Da die Probleme in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben, werden wir mit ersten Versuchen alte und neue Wege bei der Baumartenwahl und der Art der Pflanzung verbinden“, erläutert Sebastian Eick, Leiter des Forstbezirks. „Wir setzen auf eine möglichst breite Palette heimischer und trockenresistenter Baumarten wie Traubeneiche, Hainbuche, Feldahorn und Esskastanie, bewährte Gastbaumarten wie die Roteiche und auch Alternativen aus mediterranem Klima wie den Baumhasel“, so Eick. Erheblichen Aufwand wird es bei der Vorbereitung und Sicherung der Pflanzung geben: Baumstümpfe werden mit Baggern gerodet und von der Fläche geschafft, der Boden anschließend gefräst. Das entzieht den Engerlingen der Maikäfer die Nahrungsgrundlage und hemmt beim Flug im Frühjahr die Eiablage.

Nach der Pflanzung ist unter anderem eine regelmäßige Wässerung in den Sommermonaten vorgesehen, da die jungen Bäumchen keinerlei Reserven für längere Trockenperioden haben. Im Bereich von Erholungseinrichtungen werden auch gezielt Hochstämme gepflanzt, um den Waldcharakter möglichst schnell wieder herzustellen.

Auf den Flächen im Bereich der Campingplätze am Hockenheimring, bei der Bürgerbegegnungsstätte in Reilingen, nahe der Waldweide in Walldorf und im Bereich der Jahnstraße und des Waldkindergartens in Sandhausen werden Baumstümpfe und Restholz gerodet und zur Seite geräumt, manche Flächen gleich gefräst. Die Pflanzung erfolgt Anfang des Jahres 2020, in der Hoffnung, dass die Wintermonate noch einigen Regen bringen werden.

Besonders die Kiefer, prägende Baumart des Hardtwaldes und im Grunde recht gut an die erschwerten Bedingungen angepasst, leidet seit Jahren unter der Kombination von Trockenstress, Maikäferfraß und Mistelbefall. Das vor zwei Jahren aufgetretene Diplodia-Triebsterben bringt den Wald an den Rand seiner Existenz. zg

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