Reilingen

Katholische Kirchengemeinde Freude der Kommunionkinder durch das Virus jäh unterbrochen

Kinder eines Planeten

Archivartikel

Reilingen.Vor einigen Monaten haben sich die Erstkommunionkinder aus Reilingen zu einer Reise um die Welt aufgemacht. Dazu wurde eine große Weltkugel aus Hockenheim in die Reilinger Kirche gebracht, die die Kinder auf ihrer Reise begleiten soll. „Diese Weltkugel gibt es nun schon über 15 Jahre und wurde damals von Dekan Jürgen Grabetz und seinem Team gebaut. In den letzten Jahren hat sie schon viele Erstkommunionkinder in unserer Seelsorgeeinheit auf ihrem Weg zur Erstkommunion begleitet. Nun tut sie das wieder, in Reilingen“, erklärt Gemeindereferent Thorsten Gut.

Er hat in diesem Jahr nicht nur die Farben auf der Weltkugel aufgefrischt, sondern auch in einem schönen Gottesdienst mit den Kindern, ihren Eltern und den Katecheten die Koffer gepackt um zur Reise aufzubrechen. Staunend bewunderten die Kinder dabei das Abbild der Erde, auf der natürlich das Blau der Meere deutlich heraussticht, aber auch die Länder gut erkennbar sind.

Besonders beeindruckend ist die Größe der Weltkugel, zu deren Herstellung etwa vier Zentner Gips verarbeitet wurden. Sie steht auf einem Holzgestell mit Rollen, das mit Holzfiguren umzäumt ist, die Kinder und Menschen aus der ganzen Welt darstellen. Damit die Erdkugel nach Reilingen transportiert werden konnte, wurde sogar ein Kran benötigt, doch der Aufwand war durch die strahlenden Kinderaugen sofort wieder vergessen.

Als die Kinder zu ihrer Reise um die Welt starteten, wurde schnell klar, dass es keine klassische Weltreise wird, wie es sich viele vorstellen, oder sich im Moment vielleicht wünschen, sondern, dass es ganz anders, aber trotzdem besonders wird. So erhielt jedes Erstkommunionkind vor dem Start ein Ticket, auf dem ein Land stand und auch ein Bild eines Kindes zu sehen war.

Reise wird verschoben

Die Fotos der Kommunionkinder wurden auf einen Koffer geklebt, um die Gemeinschaft auf der gemeinsamen Reise, den Weg zur Kommunion, zu symbolisieren. Dazu kamen die Fotos der Katecheten, die die Kinder begleiten. „Auf unserer Reise um die Welt lernten die Kinder, dass die Menschen alle unterschiedlich, aber trotzdem miteinander verbunden sind. Besonders Kinder verbinden sich unheimlich schnell mit einem Lachen, oder, indem sie neue Dinge entdecken“, erklärt Thorsten Gut, der den Kindern und den Eltern nun vor einigen Wochen erklären musste, dass sie ihr Ziel, die Erstkommunion, erst mit sehr viel Verspätung erreichen werden.

Noch kein Ersatztermin

„Es ist natürlich unheimlich schade, dass die Kommunion nicht wie geplant stattfinden konnte“, sagte der Gemeindereferent, der durch die Traurigkeit der Kinder spürte, wie wichtig ihnen das Ereignis ist, auf das sie so lange hingearbeitet haben. Jedoch stieß er allgemein auf Verständnis, da die Gesundheit nun eindeutig vorgeht. Einen Ersatztermin für die Erstkommunion steht in der Seelsorgeeinheit Hockenheim jedoch noch nicht fest, da es den Verantwortlichen wichtig ist, dass der Termin dann auch wirklich realistisch ist und eingehalten werden kann, und die Kinder nicht noch einmal in ihrer Vorfreude enttäuscht werden. „Im Namen von Dekan Jürgen Grabetz und Kaplan Tobias Springer möchte ich den Familien hiermit herzlich für ihr Verständnis danken, und auch dafür, dass sie den Weg mit uns gehen“, sagt Thorsten Gut.

Die Erdkugel steht nach wie vor in der Reilinger Kirche und unter ihr liegen die Symbole, die die Kinder eingepackt haben, da sie ihnen auf ihrer Reise um die Welt wichtig waren. Zu sehen sind unter anderem die Bibel, ein Kreuz, ein Liederbuch und eine Kerze. Dies alles zeigt Verbundenheit. Verbundenheit unter den Kommunionkindern, aber auch zu allen Menschen auf der Welt, die im Moment die gleiche Angst, die gleichen Sorgen und die gleichen Einschränkungen erfahren.

Wer Lust hat, sich eine kleine Auszeit zu gönnen, um eine „Reise um die Welt“ zu machen, schaut einfach mal in der katholischen Kirche vorbei und erfreut sich an dem schönen Anblick der Weltkugel und ihren vielen liebevollen Details. Gewiss spüren die Betrachter die Verbundenheit zu anderen Menschen und das so einen Reise der Seele guttut und Freude und Zuversicht bringt.

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