Reilingen

Thermografie-Projekt Große Beteiligung der Bürger

Klima profitiert von Energieeinsparung

Archivartikel

Reilingen.In der Gemeinde ziehen diejenigen, die mit der Wärmebildkamera unterwegs waren, eine beeindruckende Zwischenbilanz. Über 30 Antragsteller aus dem Ort sind gelistet und werden Stück für Stück abgearbeitet. „Das Interesse ist riesengroß, die Resonanz in Reilingen ist höher als in vielen anderen Kommunen“, so die von der Beteiligung überraschten Experten.

Diese suchen mit Infrarotlicht die schädlichen Wärmebrücken an Häusern. Und diese Wärmeverluste schmerzen in doppelter Hinsicht: Sie schaden dem Geldbeutel genauso wie dem Klima. Eine der besten Möglichkeiten, klimaschädliches CO2 einzusparen, ist immer noch die Sanierung der Wohnhäuser. Neben dem Austausch alter Heizkesselanlagen, der Umstellung auf teilweise erneuerbare Energien, geht es vor allem um die Dämmung von Fassade und Dach.

„Und die Hauseigentümer müssen eigentlich gar nichts anderes tun, als einmal richtig früh aufzustehen“, so Petra Brandenburger vom örtlichen Bauamt. Die Fotografen kommen wegen den erforderlichen niedrigen Temperaturen teilweise morgens um 5 Uhr. Zwei Stunden vorher, um 3 Uhr, müssen die Jalousien und Rollläden geöffnet werden. Die Wärmebildkamera ist ungefähr so groß wie eine normale Kamera, drei Bilder werden gefertigt von der Straßenseite aus, drei Bilder von der Rückseite. Das Ganze dauert nur gut fünf bis zehn Minuten.

Maßnahmenbündel geschnürt

Das sich was ändert am Wetter, das merken die Bürger zwischenzeitlich alle. Der Februar, einst oftmals der kälteste Wintermonat, mutiert zum regelmäßigen Frühlingsmonat. Das Klima befindet sich im Umbruch. Die Jugend geht bundesweit auf die Straße und demonstriert, um die Erwachsenen wachzurütteln. Alle spüren, dass man was tun muss.

„Unser Gemeinderat hat daher ein ganzes Bündel unterschiedlicher Maßnahmen geschnürt“, so Bürgermeister Stefan Weisbrod, der dem Gemeinderat dankt für die Rückendeckung „bei den Anstrengungen dem Klimawandel entgegenzuwirken“. Das sind zum einen die vielen Baumpflanzungen und die Herrichtung von Radwegen auf der Gemarkung genauso wie die energetische Ertüchtigung der gemeindeeigenen Liegenschaften.

In diesen Monaten wurde das unter Denkmalschutz stehende historische Rathaus unter die Lupe genommen: Von der Wärmeschutzverglasung über die LED-Beleuchtung bis hin zum Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Kraftwärmekopplung hat die gemeindeeigene Wohnungsbaugesellschaft mehrere hunderttausend Euro in die Hand genommen. Auch die vor kurzem in Betrieb genommene E-Tankstelle am Rathausparkplatz soll ihren Beitrag dazu leisten sowie das neue wirtschaftliche BHKW in den Fritz-Mannherz-Hallen. „Ökonomie und Ökologie gehen bei uns Hand in Hand und auf diesem guten Weg gehen wir konsequent weiter“, so Bürgermeister Stefan Weisbrod optimistisch. jd

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