Reilingen

Gemeinderatswahl Grüne gewinnen einen Sitz dazu / Freie Wähler trotz Verlust noch stärkste Kraft / Wahlbeteiligung auf 63 Prozent geklettert

Lautenschläger:Wir sind total überrascht

Archivartikel

Reilingen.Im Gemeinderat werden künftig einige neue Gesichter zu sehen sein. Die Fraktion der Grünen ist von zwei auf drei Sitze angewachsen. Anna-Lena Becker wird nun unterstützt von Carolin Hoffmann und Lisa Lautenschläger. Damit folgen die Reilinger Wähler dem Trend, der sich auch in anderen Gemeinden und in der Europawahl gezeigt hat. Die Freien Wähler haben dafür ein Mandat abgegeben. Für Frank Reeb kommt Peter Künzler, Peter Hancke war nicht mehr angetreten. In der SPD-Fraktion nimmt Afkan Atasoy den Platz von Monika Kasper ein. Die Fraktion der CDU bleibt unverändert, ebenso die FDP.

Die Wahlbeteiligung lag bei rund 63 Prozent – ein Plus von gut acht Prozent im Vergleich mit 2014. Lisa Lautenschläger (Grüne) war ihre Überraschung bei der Verkündung der Ergebnisse deutlich anzusehen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte sie: „Wir sind total überrascht. Das stärkt natürlich unser Vertrauen in die bisher geleistete Arbeit. Nun hoffen wir, dass Vertrauen, dass die Wähler in uns gesetzt haben, auch zu erfüllen.“

Weniger Freude darüber konnte Sabine Petzold (Freie Wähler) aufbringen: „Wir sind weiterhin stärkste Kraft, das ist ein gutes Ergebnis. Leider ist es auch in Reilingen so, dass die Grünen Zuwachs bekommen haben – das ist unserem Wahlsystem geschuldet und nun müssen wir den Sitz eben abgeben. Dennoch sind wir stolz, als Ortsverband vorne zu stehen.“

Konstellation fast unverändert

Jens Pflaum (FDP) erklärte: „Wir sind froh, dass wir unsere zwei Plätze gehalten haben – auch wenn wir uns insgeheim ein bisschen mehr erhofft hatten. Es gibt neue Gesichter im Rat, das macht die Arbeit sicher spannend. Die Konstellation ist ja fast unverändert, ich denke, diesbezüglich wird sich nicht viel verschieben. Die Grünen sind nun zu dritt und haben zwei Neulinge, damit sind sie natürlich auch gefordert.“

Bürgermeister Stefan Weisbrod sagte: „Ich muss zugeben, ich bin ein Stück weit überrascht. Doch wir befinden uns wohl auch mitten im europaweiten Trend und nun freuen wir uns auf eine etwas grünere und jüngere Politik. Wir haben nun eine Mischung aus den erfahrenen Hasen und den jungen Leuten und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.“

Peter Kneis (CDU) sagte: „Für uns war es eine ganz tolle Erfahrung, mit jungen, kreativen Leute Wahlkampf zu machen. Dass wir entgegen dem Bundestrend unsere vier Sitze halten konnten, ist ein Erfolg und wir können nun mit derselben Fraktion kontinuierlich weiterarbeiten.“

Die SPD freut sich in einer Stellungnahme, ihre Wahlziele „trotz geringer Stimmeneinbußen vollumfänglich erreicht“ zu haben. „Wir haben unsere vier Sitze behalten, sind weiterhin zweitstärkste Fraktion und stellen mit Charly Weibel das Ratsmitglied mit den absolut meisten Stimmen“, heißt es weiter. Die Sozialdemokraten führen das vor allem auf die „kontinuierliche und konstruktive Arbeit“ der Fraktion zurück.

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