Reilingen

Gemeinderat Förderrichtlinien sollen nach zehn Jahren überarbeitet werden / Beteiligung erwartet

Mehr Geld für Vereine

Reilingen.Um die Bedeutung des Themas zu unterstreichen, griff Bürgermeister Stefan Weisbrod zu emotionsgeladenem Vokabular: Um „nicht weniger als um die notwendige Stärkung des Ehrenamtes, die Marke unserer Gemeinde, die Seele unserer Dorfgemeinschaft“ gehe es bei der anstehenden Änderung der Vereinsförderrichtlinie. Um die Fraktionen davon zu überzeugen, hätte er es wohl auch nüchterner formulieren können: Sie begrüßten durchweg die Neufassung.

Nachdem die Regelung vor zehn Jahren zuletzt geändert worden war, seien Anregungen aus Kulturvereinen zur Überarbeitung gekommen, berichtete er im Gemeinderat. Die Kultur- und Sportgemeinschaft habe darüber im März erste Diskussionen geführt.

25 000 Euro pro Jahr zahlt die Gemeinde an laufenden Zuschüssen an die Vereine aus, mit den beabsichtigten Anpassungen sollen es künftig rund 10 000 Euro mehr sein. Unter anderem will Reilingen Kulturveranstaltungen fördern, indem die Benutzung öffentlicher Einrichtungen wie Fritz-Mannherz-Hallen, Schiller-Schulaula, Riegler-Haus oder Bürgerbegegnungsstätte einmal jährlich gebührenfrei möglich ist.

Im Gegenzug sollten die Vereine einmal im Jahr ihre Arbeit öffentlich präsentieren und sich kostenlos an Veranstaltungen der Gemeinde beteiligen wie Straßenfest, Kinderferienprogramm, Gemeindeputzaktion oder Kindertag.

Verdoppelung bei Jugendarbeit

Der Grundbetrag der Vereinsförderung soll um zehn Prozent erhöht werden (bei Vereinen unter 300 Mitgliedern auf 275 Euro pro Jahr, über 500 Mitglieder auf 550 Euro). Der Zuschuss pro aktives Kind oder aktiven Jugendlichen wird von 5 auf 10 Euro erhöht. Für die Bezuschussung von Anschaffungen sollen Mindestwerte (bisher 500 Euro) aufgegeben werden, erläuterte Weisbrod, die jährliche Höchstgrenze bleibt aber bei 4000 Euro.

Denkbar wären darüber hinaus Zuschüsse zur Beschaffung von Vereinskleidung sowie von Konzerten oder anderen öffentlichen Veranstaltungen mit zehn Prozent der Kosten. In der Diskussion seien auch Fördermittel für die Beschäftigung von Übungsleitern oder Dirigenten.

„Froh und dankbar, dass das Thema aufgegriffen wurde“, äußerte sich Sabine Petzold (Freie Wähler), die auch Vorsitzende der Kultur- und Sportgemeinschaft ist. Mit dem Entwurf sei die Gemeinde auf einem sehr guten Weg. Sie gab zu bedenken, dass die Mittel vieler Vereine immer knapper werden, Feste nicht mehr so viel Ertrag bringen und Nebenkosten für Vereine hoch seien.

Monika Kasper (SPD) dankte auch im Namen des Mezzago-Freundeskreises für die vereinsfreundliche Neuregelung und bat um Aufnahme des Reisekostenzuschusses für Mezzagofahrten. Die Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde wurde 2009 offiziell besiegelt.

Jens Pflaum (FDP) begrüßte den Gedanken, die Vereine stärker und breiter zu unterstützen, um die Reilingen beneidet werde – die Gemeinde könne es sich finanziell momentan leisten. Peter Kneis (CDU) und Jochen Rotter (Grüne) waren ebenfalls der Meinung, die Neufassung setze die richtigen Akzente.

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