Reilingen

Kraichbach Landesbetrieb Gewässer lässt die Vegetation zurückschneiden / Hochwasserschutz und Sauerstoffgehalt im Blick

Mit dem Mähboot durch die Krautgasse

Archivartikel

Reilingen.Etwa acht bis zehn Tage beansprucht das Mähen der Hydrophyten im Kraichbach, was der Landesbetrieb Gewässer auf dem Streckenabschnitt zwischen St. Leon-Rot und Hockenheim veranlasst hat. Derartige Pflegearbeiten konnten auch im Gemarkungsbereich Reilingen beobachtet werden. Ein Team der Firma Rudolph Garten- und Landschaftsbau Obertshausen führt den Auftrag aus.

„Die Gewässermaßnahme hat positiven Einfluss auf die Strömungsgeschwindigkeit des relativ flachen Gewässers erster Ordnung, seine Temperaturverhältnisse, Sauerstoffgehalt und Lichteinfall“, begründet der verantwortliche Sachbearbeiter beim Regierungspräsidium die gegenwärtige Aktion. Die aktuell sehr dichte Wasservegetation hemme insbesondere den Sauerstoffgehalt des Kraichbachs, mit direkten Auswirkungen auf die Vitalität des Fließgewässers. „Ein abnehmender Sauerstoffgehalt schadet der Gewässerfauna und Flora“, verdeutlicht der Landesbetrieb Gewässer.

Aber auch der Hochwasserschutz ist ein entscheidendes Kriterium, weshalb gerade jetzt die Mäharbeiten notwendig werden. Denn ein mit der üppigen Vegetation sichtbar angehobener Wasserspiegel hätte bei lokal auftretenden Starkregenereignissen zur Folge, dass es flussabwärts zu Überflutungen kommen kann.

Arbeiten im Einklang mit der Natur

Die Mäharbeiten finden rücksichtsvoll und ausschließlich beschränkt auf eine sogenannte „Krautgasse“ statt. Die Randbereiche des Gewässers bleiben zum Schutz der Fischbesatz-Unterstände und zum Erhalt der Rückzugsmöglichkeiten unberührt. „Übergangszonen zwischen Wasser und Land, wie beispielsweise die amphibische Zone, werden ebenfalls geschont“, versichert der Mitarbeiter des Landesbetriebs. Auch die beiderseitige Uferböschung bleibt unangetastet.

Die Wasserpflanzen werden oberhalb der Sohle von einem Mähboot aus mit einem in Höhe und Winkel verstellbaren Messerbalken-Mähwerk geschnitten. Ein mobiler, an den Brückenbauwerken angebrachter Krautfang, fängt die abgetrennten und mit der Strömung abgedrifteten Hydrophyten auf. Die Schaufel eines Baggers übernimmt die Pflanzenrückstände und lagert sie in einem Container. Bei der Befüllung ist dieser leicht geneigt, damit das Wasser besser abfließen kann. Auf einem Wertstoffhof erfolgt die fachgerechte Entsorgung. jd

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