Reilingen

Gemeinderatssitzung Gruppe von Jugendlichen soll im Bereich der Schule und der Mannherz-Halle und Drogen konsumieren, klagt ein Sitzungsbesucher

Noch ist die Kommune kein Brennpunkt, doch besteht Handlungsbedarf

Reilingen.Hat die Gemeinde ein Drogenproblem? Es war Dirk Müller, der zu Beginn der Ratssitzung, bei den Anfragen der Sitzungsbesucher, das Thema in den Raum stellte. Müller berichtete von einer Gruppe Jugendlicher – „20 bis 30 Personen im Alter von 12 bis 20 Jahren“ – die sich regelmäßig im Bereich der Schillerschule und der Mannherz-Hallen versammeln und „massiven Drogen- und Alkoholmissbrauch“ praktizieren würden.

Nicht nur das, so Müller, es werde auch mit Drogen gehandelt und dies in einem Stil, der nicht unbekannt in der Region sei und Dealer selbst aus Mannheim und Ludwigshafen anlocke. „Dies ist ein gesellschaftliches Problem“, betonte der Sitzungsbesucher und fügte hinzu, dass er bereits mit dem Polizeirevier Hockenheim über den Sachverhalt gesprochen habe. Diesem sei das Thema bekannt.

Problematik ist bekannt

Auch Bürgermeister Stefan Weisbrod weiß um die Problematik, ist seit Mitte des Jahres mit der Polizei wegen des Platzproblemes in Kontakt. Vergangene Woche habe er sich mit Revierleiter Manfred Krampfert unterhalten. Dieser habe Wert auf die Feststellung gelegt, dass die Gemeinde kein Brennpunkt, ihr Drogenproblem mit dem anderer Gemeinden vergleichbar sei. Probleme gebe es hinsichtlich des Aufenthalts der Jugendlichen, verbunden mit Lärm und Alkoholkonsum, so Weisbrod.

Wie der Bürgermeister betonte, habe er die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit auf das Thema aufmerksam gemacht under plane, Anfang des Jahres über das Thema der Jugendarbeit im Rat zu diskutieren.

Am Wort Brennpunkt solle man sich nicht aufhalten, empfahl Dirk Müller, Drogen seien in keiner Menge zu tolerieren. Peter Geng (FWV) hielt es bei den Anfragen der Gemeinderäte nicht für richtig, dass die Polizei sagt, dass es kein Problem gebe, wenn ein Bürger dies zur Sprache bringe. Er hingegen sah hinreichende Argumente für eine Überwachung der genannten Plätze – „immerhin geht es hier um Straftaten“.

Vorfälle müssen angezeigt werden

Karl Weibel (SPD) wollte dies aus eigener beruflicher Erfahrung so nicht gelten lassen. Die Polizei spreche dann von einem Schwerpunkt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt seien, es beispielsweise zu Straftaten komme und diese nicht nur Gerücht seien. Ein Punkt, der auch Müller bekannt ist, doch sah er ohne Anzeigen einen Teufelskreis, der zu keinen Kontrollen führe. Die von Sabine Petzold (FWV) ins Spiel gebrachte Video-Überwachung hält Hauptamtsleiter Wolfgang Müller für problematisch, weil sie einen sensiblen, vom Grundgesetz geschützten Bereich berühre. „Dann wandern die Jugendlichen ab, suchen sich einen anderen Treff“, sah auch Bürgermeister Weisbrod in der Überwachung keinen Sinn.

Letztlich war sich das Gremium einig, das Thema zum Gegenstand einer umfänglichen, öffentlichen Diskussion im Rat zu machen, bei dem auch grundsätzlich über die Mobile Jugendarbeit gesprochen werden soll. aw

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