Reilingen

Nonsens aus den USA

Werner Schilling macht sich Gedanken zum „Schwarzen Freitag“

Eine Frage quält mich dieser Tage: Darf ich eigentlich am heutigen Freitag in heller Kleidung zum „Black Shopping „ gehen? Oder muss ich da schwarz tragen? Oder gilt der Einkaufstag knapp vier Wochen vor dem Weihnachtsfest etwa nur für dunkelhäutige Menschen?

Wie so vieles – man denke nur an Halloween – kommt auch dieser Denglisch-Nonsens aus den USA. Black Friday wird in den Vereinigten Staaten der Freitag nach Thanksgiving genannt.

Da der Erntedank immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende „Black Friday“ als Start in ein traditionelles Familienwochenende und Beginn der Weihnachtseinkaufsaison.

Da prangen bei uns wieder in jedem zweiten Schaufenster der City die Klebefolien, auf denen in fetten Buchstaben SALE geschrieben steht. Das heißt nichts anderes, als dass in dem Geschäft etwas verkauft wird.

Es macht allenfalls etwas Sinn mit Prozentzeichen und 20 bis 40 Prozent reduzierter Ware. Das soll Abverkauf oder Schlussverkauf signalisieren.

Doch gerade an Weihnachten hat der Handel nichts zu verschenken, will natürlich zum Jahresende noch mal kräftig die Kasse klingeln lassen. Italiener denken, da gäbe es überall Salz zu kaufen, Franzosen glauben, da sei alles schmutzig.

Zurück zum Schwarzen Freitag: Auf die Black Friday-Euphoriewelle springen Fahrradhändler, ein Möbelhaus mit einer ganzen BlackFriday-Woche und sogar ein Fitness-Studio mit nur an diesem Tag reduzierter Aufnahmegebühr auf.

Der erste Schwarze Freitag liegt schon 100 Jahre zurück und erinnert an den New Yorker Börsencrash vom 24. Oktober 1929, der sich zur Weltwirtschaftskrise entwickelte, deren Folgen insbesondere Deutschland zu spüren bekam.

 
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