Reilingen

Denkmalschutz Nebengebäude des Dorfgemeinschaftshauses erhält seine Standfestigkeit zurück / Weitere Arbeiten am Haupthaus des „Löwen“ folgen

Pflege des Erbes frisst Zeit und kostet Geld

Archivartikel

Reilingen.Der Erhalt historischer Bausubstanz ist oft eine schwere Bürde. Denn die meist komplexe Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Zeugen der Vergangenheit ist immer ein mit Unwägbarkeiten verbundenes Wagnis. Diese Erfahrung macht auch die Gemeinde als Eigentümer der unter Denkmalschutz stehenden Liegenschaft des „Reilinger Dorfgemeinschaftshauses“ mit Lokalität „Zum Löwen“ in der Hauptstraße, heißt es in einer Pressemitteilung.

Denn vier Jahrzehnte nach dem Erwerb zeichnet sich ein Sanierungsbedarf am ältesten und schönsten Gebäudeensemble im Ort ab. Glücklicherweise können über das Förderprogramm der Ortskernsanierung Zuschüsse generiert werden. Ansonsten hätte sich der Gemeinderat sicher schwergetan, beispielsweise allein mehr als 300 000 Euro in das einsturzgefährdete Nebengebäude zu investieren und auf einen optionalen Abbruch zu verzichten.

Großer Zeitaufwand

Wie anspruchsvoll derartige Arbeiten an historischer Bausubstanz sein können, zeigt auch der immense Zeitaufwand. Ein ganzes Jahr nahm die vom Denkmalschutz begleitete und vorab ausdrücklich unter Auf-lagen genehmigte Runderneuerung des Nebengebäudes in Anspruch.

Und dabei handelt es sich nur um einen, allein die Bausubstanz sichernden, ersten Bauabschnitt. Zum Arbeitsumfang zählten das Unterfangen von Fundamenten, eine neue Bodenplatte, eine Absicherung der instabilen Außenwände mit umlaufendem Ringanker und innenseitigem Mauerwerk. Holzteile von Decke und Dachkonstruktion mussten ersetzt und verbunden sowie die komplette Infrastruktur samt Abwasser- und Gasanschluss erneuert werden. Fällig wurden Elektro-, Maler-, Fliesen- und Putzarbeiten. Beheizt wird das Haus mit einem Brennwertgerät. Das äußere Erscheinungsbild bleibt weitgehend unverändert. Die bis Oktober an den Lokalpächter Andreas Ruck zu übergebenden Räume verfügen über eine begrenzte Platzkapazität und können zunächst nur als Lager für den Betrieb genutzt werden. Ein Ausbau der eingeplanten sanitären Anlagen wird erst in einem zweiten Arbeitsschritt folgen, wenn zugleich die Toiletten im angrenzenden Hauptgebäude zurückgebaut und die Küche vergrößert worden ist.

Damit sind die Baumängel des Ensembles noch nicht abgearbeitet. Auf der Agenda steht als Zukunftsaufgabe, den Gewölbekeller des Hauptgebäudes und den Haussockel trocken zu legen sowie die Außenfassade zu sanieren. jd

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