Reilingen

Neupotz Zwei Störche verenden im Horst in den Kisselwiesen

Plastik wohl schuld am Tod

Archivartikel

Reilingen.Die beiden vor rund fünf Wochen in das rheinland-pfälzische Neupotz umgesiedelten Reilinger Jungstörche „Fritz“ und „Frieda“ gedeihen bei ihren Adoptiveltern prächtig, nachdem ihre Mama verstarb (wir berichteten). Sie haben die dramatischen Umstände ihrer Rettungsaktion gut verkraftet und sind nun schon fast ausgewachsen, was man gut im Größenvergleich mit den Altvögeln erkennen kann. Viele der Reilinger Naturfreunde haben sich per „Storchencam“ davon überzeugt, dass sich die Vögel in guter Obhut befinden.

Der Horst auf dem Kirchendach in Neupotz erhält auch regelmäßig Besuch von „Storchenpate“ Dieter Rösch. Bei einem der letzten Besuche konnte er die Jungstörche bei ihren Flugübungen beobachten. „Bei den erkennbaren Fortschritten wird es nicht mehr lange dauern, bis die Zöglinge zu ihren ersten Flügen starten“, freut sich Dieter Rösch.

Inzwischen ist bekannt, woran das Geschwistertier, wie auch die Storchenmutter verendet sind. In beiden Fällen war es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein Magen-Darmverschluss, verursacht von Fremdkörpern wie Plastik, Gummi und auch Keramik. Das hat wohl zum Herz-Kreislauf-Versagen geführt. Zu diesem Ergebnis kommt der veranlasste pathomorphologische und histologische Befund des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Karlsruhe.

Der unbedachte tägliche Umgang mit Kunststoffen macht Rösch traurig und wütend. „Wir müssen nicht länger auf die Bilder von an Kunststoffabfällen verendeten Vögeln an der Nordsee und an anderen Küsten schauen“, stellt er fest. Dieser grausame Tod finde inzwischen auch bei uns statt. „Höchste Zeit, die Anstrengungen zu verstärken, diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten“. jd

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