Reilingen

Technischer Ausschuss Anlage zur Abwasseraufbereitung ist veraltet / Erste Kostenschätzung liegt bei 1,6 Millionen Euro

Pumpwerk muss saniert werden

Archivartikel

Reilingen.Im eineinhalb Stunden dauernden öffentlichen Teil der Sitzung des Technischen Ausschusses ging es um wenige private Bauvorhaben und um anstehende öffentliche Projekte, wie ein verbesserter Brandschutz für das Rathaus, sowie den baulichen und technischen Zustand der Abwasseranlagen auf dem ehemaligen Kläranlagengelände.

Zu der Vielzahl von Zukunftsaufgaben, denen sich die Gemeinde stellen muss, kommt eine weitere und dazu noch kostenträchtige hinzu. Mit dieser unerfreulichen Ankündigung überraschte Bürgermeister Stefan Weisbrod. Die auf dem ehemaligen Kläranlagen-Gelände anzutreffenden technischen Anlagen zum Heben und Rückstau von Schmutz- und Regenwasser sind einem Gutachten zufolge überaltert. Ihre Technik entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und sie müssen abschnittsweise saniert werden. Eine erste Kostenschätzung des Ingenieurbüros Schulz aus Hirschberg nennt einen Kostenaufwand von rund 1,6 Millionen Euro.

Betriebsteile noch in Funktion

Eine eigenständige Kläranlage betreibt die Gemeinde seit 1982 nicht mehr. Ihr Abwasser leitet sie seither zur Kläranlage der Großen Kreisstadt Hockenheim über. Vor Ort sind aber immer noch ehemalige Betriebsteile in Funktion, die dafür sorgen, dass die Abwässer mittels drei archimedischen Förderschnecken weitertransportiert oder im Starkregenfall zeitverzögert abgeleitet werden.

Die mittlerweile über ein halbes Jahrhundert alten baulichen Anlagen sowie die maschinelle Ausrüstung müssen saniert und in Teilen erneuert werden. Das gilt insbesondere für das Schmutzwasserpumpwerk mit Vorschacht, das Regenwetterpumpwerk, Regenüberlaufbecken, Stationsgebäude bis hin zu den Außenanlagen. Die im Pumpwerkgebäude befindliche Trafostation mitsamt der Elektronik entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Die Betriebssicherheit der Anlage, wie sie dort anzutreffen ist, ist nicht mehr gegeben, so das Urteil des Gutachters.

Bürgermeister Weisbrod schlug deshalb vor, die komplexe Situation gemeinsam vor Ort anzuschauen und von einem Fachingenieur erklären zu lassen. Erst dann soll im Gemeinderat entschieden werden, in welchem Umfang die notwendigen Finanzierungstranchen im Vermögensplan des Eigenbetriebs „Abwasserbeseitigung“ eingestellt werden. „Mir war es wichtig, frühzeitig auf die Gesamtproblematik aufmerksam zu machen“, betonte der Bürgermeister.

Geruchs- und Lärmemissionen

Auch die mit dem Heranrücken des Neubaugebietes wahrgenommenen Geruchs- und Lärmemissionen spielten eine Rolle. Ziel sei es, die Abwasseranlage sukzessiv und mit Augenmaß zu ertüchtigen. Natürlich werde das zwangsläufig fiskalische Folgen haben. Allerdings sei der Einfluss auf die Gebührenkalkulation zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht absehbar. zg

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