Reilingen

Klimaschutzkonzept Gemeinde eröffnet in Zusammenarbeit mit der EnBW erste E-Ladestation an der Hockenheimer Straße / Säule liefert Ökostrom

Strom ist da, jetzt fehlen nur noch die Autos

Archivartikel

Reilingen.Nun hat auch die Gemeinde ihre E-Ladesäule: Am Parkplatz bei der Hockenheimer Straße, Ecke Kleiner Hertenweg, steht die Säule, an der zwei Fahrzeug gleichzeitig ihre Batterien aufladen können. Womit Verwaltung und Gemeinderat bei ihrem Klimaschutzkonzept einen weiteren Punkt abhaken können.

Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter, weshalb Bürgermeister Stefan Weisbrod die Initiative von Gemeinde und Rat betonte, wobei er namentlich einen Antrag der CDU-Fraktion erwähnte. Doch egal, wer die Urheberschaft habe, „nun sind wir eine der Gemeinden mit E-Ladesäule“, freute sich denn auch der Bürgermeister. Dies mache gerade jetzt Sinn, wo schon allenthalben zu sehen und zu erfahren sei, dass sich die Gemeinde auf den Weg gemacht hat, ihr Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2015 Schritt für Schritt umzusetzen.

Weiterer Mosaikstein

Die Ladesäule ist für Weisbrod dabei ein weiterer Mosaikstein. Andere seien das Blockheizkraftwerk im Rathaus, das derzeit installiert wird, sowie die energetische Sanierung vieler öffentlicher Gebäude. Demnächst in Angriff genommen werde das Bockheizkraftwerk in der der Fritz-Mannherz-Halle, merkte der Bürgermeister an. Bis hin zur Teilnahme an der Aktion „Plant for the Planet“ reichten die einzelnen Schritte, die die Gemeinde unternimmt, hielt der Verwaltungschef nicht ohne Stolz fest, dass in jüngster Zeit rund 200 neue Bäume in der Gemeinde gepflanzt worden seien. „Das kann sich sehen lassen“, betonte er und sah die Gemeinde auf einem guten Weg.

Nun steht als sichtbares Zeichen die E-Ladesäule auf dem Parkplatz an der Hockenheimer Straße. Genau im Sichtfeld des bürgermeisterlichen Blicks, wenn er diesen aus seinem Rathausfenster schweifen lässt. Und da die Säule schon einige Tage vor ihrer offiziellen Eröffnung installiert war, kam er nicht umhin, bisher genau ein Fahrzeug beobachtet zu haben, das an dieser „aufgetankt“ wurde.

Das konnte Ralf Strohecker, Kommunalberater bei der EnBW und zur offiziellen Einweihung aus Karlsruhe mit seinem E-Fahrzeug gekommen, nur bestätigen. Zwar hing mit seinem Pkw schon der zweite am Ladenetz, dennoch: „Es gibt jede Menge Säulen mittlerweile, was fehlt sind Autos“, scherzt er. Aber, davon ist nicht nur er fest überzeugt, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die E-Autos kommen, zumal aktuell die deutschen Hersteller auf den Markt drängten.

Golf binnen einer Stunde geladen

An der Reilinger Ladesäule vom Typ 2, so der Fachmann, stehen nun zwei Ladepunkte mit jeweils bis zu 22 Kilowatt Leistung zur Verfügung. Mit anderen Worten, so Strohecker: „Ein komplett ,leerer’ E-Golf kann in Reilingen binnen einer Stunde, selbstverständlich mit Ökostrom, aufgeladen werden.“

Die EnBW lege großen Wert darauf, möglichst vielen Interessenten den Zugang zu ihrer Ladeinfrastruktur zu bieten. Bezahlen könne man mit allen gängigen Ladekarten. „Die Kooperation mit den Roamingplattformen von Hubject und Smartlab und damit Partnern wie BMW, VW oder Bosch ermöglicht Elektromobilisten aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland die Nutzung der Ladestation in Reilingen“, versichert Strohecker. „Zudem ist das Bezahlen auch mit dem Smartphone – ganz ohne Ladekarte – über die mobile Website ‚intercharge direct’ oder über die ‚EnBW mobility+ App’ möglich.“

Die EnBW kümmere sich seit vielen Jahren um das Thema Elektromobilität, berichtet Ralf Strohecker: „Bereits 2009 haben wir mit dem Aufbau einer Ladeinfrastruktur begonnen, die nun auch im Rhein-Neckar-Kreis konsequent ausgebaut wird. Das Engagement bezieht sich dabei neben dem AC-Ladestationen-Netz insbesondere auch auf die DC-Schnellladestationen.“ Man könne mit Fug und Recht behaupten, dass die EnBW im Land führend auf dem Gebiet sei, stellte der Kommunalberater fest.

Unterstützung vom Bund

Nicht verschweigen wollte Strohecker, dass die Maßnahme vom Bund mit 40 Prozent bezuschusst wird und sich das entsprechende Ministerium in Berlin auch über die Nutzung informieren lasse. Immerhin wolle die Regierung wissen, ob die E-Mobilität auch beim Bürger ankomme. Und die Akzeptanz, darin war er sich mit Weisbrod einig, wird durch die Reilinger Säule weiter steigen.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional