Reilingen

OGV Angelika Sommer erklärt Inhaltsstoffe verschiedener Kräuter

Tee am besten vor der Haustür ernten

Archivartikel

Reilingen.Er hat gerade wieder Hochsaison – unser allseits beliebter Tee. Für die einen ist er ein wärmender und wohlschmeckender Begleiter in der kalten Jahreszeit, andere bedienen sich gerne an den heilenden Kräften, die in dem aromatischen Getränk stecken. Wenn man nun aber bewusst Geschmack und Heilwirkung nutzen will, ist Tee einfach rundum eine Wohltat für Körper, Geist und Seele.

Um noch mehr über das Thema Tee, Wirkung und das richtige Trinken zu erfahren, lud der Obst- und Gartenbauverein zu einem Vortrag mit dem Namen „Aus Kräutern und Wildkräutern werden Teeträume“ ein. Referentin war die vereinseigene Kräuterpädagogin Angelika Sommer, die sich ihren Tee gerne selbst, und direkt vor der Haustüre erntet.

Nicht an Hundestraßen

Viele der wohlschmeckenden Kräuter wachsen nämlich oft im eigenen Garten, auf Feldern oder Wäldern. Jedoch sollte man bei der Ernte auf Feldern und Wäldern darauf achten, dass man nicht an Hundestraßen oder Gebieten, in denen von Landwirten gespritzt wird, erntet. Wichtig sei auch, dass man an einem trockenen Tag sammeln geht, damit es mit der Trocknung zum Aufbewahren besser klappt.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man kann seine Kräuter mehrere Tage an der Luft trocknen lassen. Dafür werden sie an einem windgeschützten Ort ohne Sonneneinstrahlung ausgebreitet. Eine weitere Möglichkeit ist auch ein Dörrautomat oder der Backofen, in dem die Kräuter bei maximal 50 Grad bei offener Tür und etwa drei Stunden getrocknet werden.

Danach werden sie in dunklen Dosen oder Gläser gelagert und sollten innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden. Bevor es an die verschiedenen Kräuter ging, gab Angelika Sommer noch einen kleinen Einblick in die verschiedenen Teezeremonien und die Geschichte des Tees. Schon früh wurden die heilenden Wirkungen von Tees erkannt und überliefert und noch heute dürfen wir uns daran bedienen.

Die Kräuterpädagogin widmete sich in ihrem Vortrag einer großen Auswahl an Kräutern, die sie den Besuchern zusammengestellt hatte und näherbrachte. Dabei erklärte sie welche Inhaltsstoffe sich darin verstecken, wie diese auf den Körper wirken und auf welche Erkrankungen und Beschwerden sie positiv wirken.

Johanniskraut gegen Depression

Dazu gehörte auch das Johanniskraut, das bei uns immer mehr wächst. Man wendet es zum Beispiel bei einer Blasenentzündung, trockener Haut, Depressionen oder Bluthochdruck an. Der Tee wird in Kuren getrunken und geerntet wird es am besten in der Zeit von Ende Juni bis Ende September. Die ätherischen Öle, die in den Kräutern enthalten sind, geben einen tollen Geschmack, das beste Beispiel hierfür ist die Minze, die es in vielen verschiedenen Sorten gibt und besonderes bei grippalen Infekten, Verdauungs- oder Magenproblemen, Erkältungen und sogar Zahnschmerzen und Mundgeruch angewandt wird. Jedoch sollte sie nicht in der Schwangerschaft genutzt werden.

Während des Vortrags beantwortete Angelika Sommer immer wieder Fragen der Zuhörer und gab am Ende noch Tipps, welche Kräuter man in einem Tee gut kombinieren kann, um geschmackliche Abwechslung zu schaffen, oder die Wirkung auf verschiede Beschwerden zu erhöhen. Mit großem Applaus dankten die Gäste für die vielen interessanten Informationen und steckten ihre Nasen gerne noch mal in die Gläser mit den getrockneten Kräutern, die Angelika Sommer mitgebracht hatte. / kd

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