Reilingen

Katholische Kirchengemeinde Aschermittwoch rüstet für die Fastenzeit / „Tüv für die Seele“

Umkehr zum Herrn

Reilingen.„In diesem Jahr ist der Aschermittwoch besonders“, stellte Kaplan Tobias Streit der Aschenkreuzgabe voran, denn der christliche Tag fiel mit einem so weltlichen wie dem Valentinstag zusammen. „Zwei Tage die gegensätzlicher nicht sein könnten“, erläuterte er, dass man am Valentinstag alles für den anderen tue, Freude hätte. Der Aschermittwoch bedeute, die eigene Endlichkeit zu sehen und anzunehmen, in sich zu gehen, seine Beziehung zu Gott, das Leben zu hinterfragen.

„Die Beziehung zu Gott ist so viel größer, dennoch ist es auch eine Beziehung, die man hinterfragt wie die weltliche: Ist es gut wie wir zusammenleben, zusammen durchs Leben gehen?“, erklärte Streit. Die erste Lesung war aus Joel 2, 12-18 gewählt: „So spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte, und es reut ihn, dass er das Unheil verhängt hat. Vielleicht kehrt er um, und es reut ihn, und er lässt Segen zurück, so dass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den Herrn, euren Gott …“

Zeit zur Reflexion nehmen

Man begebe sich in die Fastenzeit und damit auf den Weg zu eruieren, wo und wieweit man Gott in sein Leben lässt, was man vor Gott bringen will und soll. Ähnlich einem Fahrzeug, dass alle zwei Jahre auf den Tüv-Prüfstand komme, sei es nun Zeit, sich selbst einer Art Tüv zu unterziehen, formulierte er gut verständlich. Viele Erwachsene, aber auch etliche Kinder, besuchten den Gottesdienst am Aschermittwoch in St. Wendelin. Diakon Robert Moock nahm das Bild auf und bezeichnete das Aschekreuz als „Tüv-Plakette“, die einen neu aufhorchen lasse, einen Zeit nehmen lässt für die Reflexion. Dabei zähle auch der Verzicht, den man jedoch nicht mit mürrischem Gesicht nach außen tragen solle. Stattdessen solle man täglich neu mit Freude und Energie auf das Osterfest zugehen.

Der Kaplan besprengte die Asche, die aus verbrannten Palmzweigen des Vorjahres gewonnen wurde, mit Weihwasser und zeichnete den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn.

Die geweihte Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen und symbolisiert das Vergehen von Altem, um Neues entstehen zu lassen. Christen bekennen sich gleichzeitig dazu, dass das Kreuz und der Tod nicht das Ende sind, sondern Anfang eines ewigen Lebens bei Gott. Die beiden Geistlichen zeichneten die Kreuze auf die Stirne der Christen, bevor Fürbitten verlesen wurden.

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