Reilingen

Turnerbund Germania Unternehmenslustige Wanderer im Hochschwarzwald / Abwechslungsreiche Touren zu Quellen und durch Täler

Vom „Forellen-Karl“ bis zum halbnackten Förster

Reilingen.Erlebnisreiche Tage verbrachten 20 Wanderer des TBG in der Verbandsgemeinde Seewald. Wenige Kilometer von Baiersbronn gelegen, durfte man eine Landschaft mit einer Fülle abwechslungsreicher Touren erleben. Erfreulicherweise meinte es Petrus mit den Wanderern besonders gut. Unterwegs konnte man die Regentropfen an einer Hand abzählen.

Die Eröffnungstour führte von der Nagoldquelle durch das romantische Taubental entlang der Nagold. Auf Wurzeln und rutschige Gefällstrecken musste man besonders achten. Da half jeder jedem. Beim „Forellen-Karl“ gab es unterwegs, wie es sich im Schwarzwald gehört, unter anderem auch leckere Schwarzwälder Kirschtorte, teilt die Wanderabteilung mit.

Etwas anspruchsvoller war dann die Tour nach Poppeltal. Der Ort im Kreis Enzklösterle ist durch eine Riesenrutschbahn bekannt. Durch eine Wegsperrung war man zu einem Umweg durch das Kaltenbachtal gezwungen. Durch diesen Zufall kam man sogar zur Enzquelle. Da sich die Tour nun maßgeblich verlängert hatte, erfolgte die Rückkehr ab Poppeltal per Bus. Das war mit der Touristenkarte sogar kostenlos.

Wie es der Zufall so will, bot sich bei einer Vortour ein Göttelfinger namens Maik spontan als Wanderführer an. Er begleitete die Truppe bei den beiden letzten Touren. Nach Göttelfingen waren 270 Höhenmeter und etwa 12 Kilometer doch eine etwas größere Herausforderung.

Volle Pulle in den See gerauscht

Maik wusste unterwegs allerhand Wissenswertes und Unterhaltsames zu erzählen. So vom Förster Waldfried Bier, nach dem ein mittlerweile verlandeter See benannt ist. 1988 war beim Baumfällen eine große Kuhle entstanden, die sich mit Wasser gefüllt hatte. So eilig wie es Waldfried bei einem Forstgang hatte, entging ihm das und er rauschte mit seinem Geländewagen volle Pulle in den See. Er konnte sich befreien und saß schließlich tropfnass am Kachelofen eines Göttelfinger Gasthauses, fast nackt, die Kleider zum Trocknen aufgehängt.

Die Göttelfinger fanden das natürlich besonders lustig und nannten den kleinen See „Waldfried-See“, die jungen Burschen auch „Bier-See“, wo sie öfter zünftig den Gerstensaft in Strömen fließen ließen. Nach einer Einkehr im Hotel-Restaurant „Traube“ trat man gestärkt den Rückweg an.

Einen eindrucksvollen Schlusspunkt setzte die Tour um den Nagold-Stausee: erst ein steiler Anstieg über die Kälberbronner Steige, dann hinab zur Talsperre und schließlich am malerischen gegenüberliegenden Ufer bis zur Nagold-Mündung. Der 2,5 Kilometer lange See ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Er gilt mit 35 Metern Tiefe als tiefster Badesee Deutschlands. „Valbella“, ein wahrhaft schönes Tal. So war auch der Name des Lokals bei der letzten Einkehr. Der Name hatte nicht zu viel versprochen: alles paletti!

Die Wandertour war offensichtlich zur vollsten Zufriedenheit der Teilnehmer ausgefallen. Sie bedankten sich bei den Wanderführern Fritz Seidel und Maik Schaible für die sorgfältige Vorbereitung und Durchführung der Wanderungen. Auch die Wirtsleute Müller vom Tannenhof in Seewald-Eisenbach erfuhren ein Dankeschön für Unterkunft, Verpflegung und Unterstützung. fs

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