Reilingen

Klasse Kids Viertklässler der Friedrich-von-Schiller-Schule haben im Unterricht das Thema Zeitung behandelt / Redakteur steht ihnen Rede und Antwort

Von der Nachricht zur Frühstückslektüre

Reilingen.Wie kommt die Nachricht in die Zeitung? Und wie kommt es, dass in der Welt immer so viel passiert, wie ins Blatt passt? Fragen, die in all den Jahren, in denen es mittlerweile Zeitungen gibt, nichts an Aktualität verloren haben und mit denen sich die Viertklässler der Schillerschule im Unterricht befassten.

Mit der Reihe Klasse Kids ist unsere Zeitung bemüht, den Kindern den Wert einer lokalen Berichterstattung zu vermitteln, sie für das Medium Zeitung zu begeistern. Ein Anliegen, das von den Klassenlehrern gerne aufgegriffen wird, die während des Projekts einen großen Teil an Zeit den Nachrichten widmen. Und dann kommt noch ein Redakteur ins Schulhaus und lässt sich von den Kindern mit Fragen löchern.

Wenn man als Redakteur schon des Öftern bei der Aktion Klasse Kids mitgemacht hat, stellt man fest, wie sich die Fragenkomplexe wandeln, wo Schwerpunkte liegen. Ob beispielsweise eher das Berufsbild des Redakteurs im Mittelpunkt steht, Arbeitszeiten und Verdienstmöglichkeiten abgefragt werden oder die Nachricht selbst. Eines bleibt jedoch immer gleich – das Interesse der Kinder am Thema Zeitung. Wobei ihnen der Verweis auf einen Bericht über eine Partie der Fußballbundesliga meist nur ein gähnendes Nicken entlockt, klar, wie das Spiel ausgegangen ist, hat man schon im Fernsehen oder im Internet erfahren, der Neuigkeitswert ist eher gering.

Lenkt man jedoch den Blick anhand der gestern aktuellen Montagsausgabe auf die Berichterstattung im lokalen Sportbereich, dann ist die Aufmerksamkeit hoch. Selbst wenn die Kinder in diesem Fall das Ergebnis gleichfalls schon kennen, vielleicht das Spiel selbst gesehen haben – der eigene Vereine in der Zeitung, das ist schon was. Was natürlich auch für die Berichterstattung über andere Lebensbereiche gilt, Gesangvereine oder Straßenfeste: Sich selbst oder die Nachbarn im Blatt zu sehen, schafft Identität. Ein klarer Vorteil der Lokalzeitung.

Und woher wisst ihr, wann was wo stattfindet? Eine Frage, die in die gleiche Richtung zielt. Natürlich gibt es auch vor Ort Quellen, die universell sind, der Polizeibericht oder die Einladung zur Gemeinderatssitzung, die dann ihren Niederschlag im Blatt findet, doch die eigentlichen Geschichten, die bekommt man meist zugetragen, basieren auf Hörensagen und Nachhaken. Auch hier ist der lokale Kitt von großer Bedeutung.

Recht am eigenen Bild

Und wenn die Leute nicht wollen, dass man über sie berichtet? Tja, dann heißt es abwägen, ob das allgemeine Interesse an einer Berichterstattung höher ist als das Persönlichkeitsrecht. Gleiches gilt für die an diesem Vormittag öfter diskutierte Frage nach dem Recht am eigenen Bild – schon die Zehnjährigen sind in dieser Frage aufgrund der aktuellen Diskussion sensibilisiert. Auch hier hat der Einzelne große Rechte, allerdings mit einige Einschränkungen. Wer an einer öffentlichen Veranstaltung, beispielsweise einem Straßenfest, teilnimmt, der muss in Kauf nehmen, dass er sich per Foto in der Zeitung wiederfindet. Allerdings, wenn sein Konterfei explizit aus der Masse herausgehoben wird, dann ist dies nicht erlaubt. Doch in der Regel hat die lokale Zeitung mit der Bildberichterstattung keine Probleme.

Auf großes Interesse stößt auch ein Abriss über das Agenturnetz, die Zahl der Korrespondenten und freien Mitarbeiter, mit deren Hilfe die Nachrichten ins Blatt gelangen, die Aufteilung der Zeitung in Bücher oder die Gliederung und Aufmachung der einzelnen Seiten. Und zum Glück für den Redakteur bleiben die Fragen nach der technischen Seite des Drucks an diesem Vormittag auf Sparflamme, muss er nicht in die Geheimnisse der Schwarzen Kunst eindringen, die eine Wissenschaft für sich sind.

Doch der Weg vom Notizblock über die Rotation in den Briefkasten ist für die Kinder schon interessant, zumal wenn sie die ganzen Rädchen vor Augen geführt bekommen, die sich in Bewegung setzen müssen, die vielen hilfreichen Hände, die nötig sind, bis der Bericht vom Straßenfest am nächsten Morgen pünktlich zur Frühstückslektüre aufbereitet ist. Auch in digitalen Zeiten ein faszinierender Vorgang.

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