Reilingen

Kisselwiesen Die Weißstörche sind zurück in der Gemeinde / Heimkehrer in altem Nest / Ausrangierte Strommasten dienen als Grundgerüst / Leinenzwang für Hunde

Von ersten Sonnenstrahlen des Frühlings angelockt

Archivartikel

Reilingen.Da sind sie wieder, angelockt von den schon frühlingshaften Temperaturen der vergangenen Tage. Ein Storchenpaar hat den Weg aus dem fernen Winterquartier zurückgefunden und den vorbereiteten Horst in den Kisselwiesen besetzt, drei Wochen früher als noch im Vorjahr. Schon seit Tagen hatte Meister Adebar seine Kreise über der Gemeinde gezogen und war bei der Nahrungssuche beobachtet worden.

Im zweiten, erst kürzlich bereitgestellten Storchennest, sind bislang noch keine Aktivitäten festzustellen. Mit diesem hat die Gemeinde mehr Wohnraum für die langstelzigen Vögel geschaffen. Zu diesem Zweck übernahm sie von der EnBW zwei ausrangierte Betonstrommasten. Auf einem Masten befestigte die Schlosserei Dörfer die aus Stahl gefertigte Unterkonstruktion. Den Steiger, um in luftigen Höhen arbeiten zu können, stellte die Firma Zuber. In den Stahlrahmen wird ein Holzboden eingebracht. Darauf wurde das vom Bauhof vorgefertigte Nest aus Weidenruten gelegt werden.

Die Gemeindeverwaltung hofft, dass durch diese Unterstützung beim Nestbau ein weiteres Storchenpaar die Reilinger Kisselwiesen als sein neues Zuhause erwählen wird. Zahlreiche Störche zeigten sich zumindest schon beim Aufbau interessiert und umflogen die Nester, doch wie gesagt, bis jetzt ist die neue Wohnstatt unbehaust.

Tiere des Vorjahres identifiziert

Vergangene Woche sind „Storchenpate“ Dieter Rösch die ersten Bilder von den Ankömmlingen aus dem Süden gelungen, die sich auf dem Nest in den Kisselwiesen nieder gelassen haben. „Dabei handelt es sich offensichtlich um unser letztjähriges Storchenpärchen“, freut sich der BUND-Ortsvorsitzende. Das habe er anhand der Ringnummer zweifelsfrei feststellen können.

Einer der beiden Weißstörche sei allerdings über dem linken Auge und an einer Halsseite verletzt. Das sei an der dunklen Färbung des Brustgefieders auszumachen, wobei es sich wohl um geronnenes Blut handele. „Da sich der Storch aber ganz normal und munter bewegt, scheint das nichts Besorgnis erregendes zu sein“, zeigt sich Rösch erleichtert. Wie er habe beobachten können, behindere die Verletzung auch nicht das Balzen.

Natürlich hofft Rösch auch heuer auf eine erfolgreiche Storchenbrut, wie sie schon in den Vorjahren zu verzeichnen war. Das setze eine störungsfreie Brut und Futtersuche der unter Artenschutz stehenden Weißstörche voraus. Daher gelte noch bis Ende Juli in den Gewannen „Steinhorst“, „Hinterm Schloss“, „Kisselwiesen“, „Fröschau“ und „Wörsch“ ein allgemeiner Leinenzwang für Hunde. jd

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