Reilingen

Fritz-Mannherz-Halle Nach 16 Monaten Bauzeit wurde der neu errichtete Komplex eingeweiht / 1991 von Großbrand verwüstet

Vor 25 Jahren wurde gefeiert

Archivartikel

Reilingen.Ein besonderer Freudentag für die ganze Gemeinde jährt sich zum 25. Mal. Am 1. September 1994 konnte die drei Jahre zuvor einem verheerenden Brand zum Opfer gefallene und wieder aufgebaute Fritz-Mannherz-Mehrzweckhalle eingeweiht werden. Nur 16 Monate Bauzeit dauerte es, das an einigen Stellen veränderte Bauwerk, mit einer bemerkenswerten Nutzfläche von rund 4200 Quadratmeter, wieder erstehen zu lassen.

Neu waren beispielsweise ein Bühnenanbau mit angeschlossenen Nebenräumen sowie ein erweitertes und breiter ausgeführtes Eingangsfoyer samt angrenzendem Vereinsraum und Küche. Rund elf Millionen Deutsche Mark mussten für das in der Region Maßstäbe setzende Bauprojekt aufgebracht werden, wobei allein auf die Beseitigung der Brandschäden rund 1,1 Millionen DM entfielen.

Verheerende Katastrophe

Zwanzig Monate hatte es zuvor gedauert, den tief sitzenden Schock der größten Brandkatastrophe in der Geschichte der Gemeinde zu überwinden. In dieser schwierigen Phase galt es, die Brandschäden zu beseitigen, die angrenzende, ebenfalls brandgeschädigte Sporthalle in Betrieb zu setzen und die statischen, wie auch versicherungsrechtlichen Fragen abzuklären. Erst dann konnte endgültig geplant, im Gemeinderat die notwendigen Entscheidungen getroffen und die Gesamtfinanzierung für die dringend benötigte Einrichtung realisiert werden.

Am 17. Mai 1993 war es schließlich soweit, mit dem Wiederaufbau der künftig dreiteilbaren Halle konnte begonnen werden. Planung und Bauleitung teilten sich die örtlichen Architekten Friedrich H. Bender und Lothar Niemeier, eine einmalige Besonderheit, wie sie nicht mehr vorkommen sollte. Insgesamt 47 Firmen und Gewerke waren zu koordinieren. Eine schwierige Mammutaufgabe, die verständlicherweise nicht ohne Komplikationen ablief. Auch die Witterungsbedingungen, einmal zu nass, dann wieder heiß und schwül, waren alles andere als einem reibungslosen Ablauf zuträglich. Verständlich daher die riesige Freude bei allen Beteiligten, als der Neubau endlich fertiggestellt war.

Aufwendig gefeiert wurde die Wiederindienststellung an einem verlängerten Wochenende vom 01. bis 4. September 1994 mit allem, was das kulturelle und sportliche Leben in der Gemeinde aufzubieten hatte. 260 geladene Gäste verfolgten den feierlichen Festakt zur Einweihung mit Schlüsselübergabe. Zum Programm gehörte ein öffentlicher, festlicher Abend der Verwaltungsgemeinschaft, der die ganze Bandbreite des kulturellen und sportlichen Angebots aufzeigen, zugleich aber auch den Dank an die in schwerer Zeit hilfreich zur Seite gestandenen Nachbargemeinden ausdrücken sollte. Bei einem ökonomischen Gottesdienst erhielt das Gebäude seinen kirchlichen Segen. Über das ganze Wochenende konnte sich die Bevölkerung bei Tagen der offenen Tür von dem gelungenen Bauwerk überzeugen.

Hilfsbereitschaft erfahren

„Von heute auf morgen verfiel das gesamte kulturelle und sportliche Leben in Schockstarre, und die Gemeindeentwicklung wurde auf wenigstens drei Jahre zurück geworfen“, erinnert sich der damalige Bürgermeister Helmut Müller mit Graus an das einschneidende Brandereignis und seine gravierenden Folgen. In dieser schicksalsschweren Zeit habe die Gemeinde aber auch von vielen Seiten Unterstützung und Hilfsbereitschaft in Form von Spenden oder der Bereitstellung von Spiel- und Übungsflächen erfahren. Er sei deshalb heute noch allen Helfern innerhalb und außerhalb der Gemeinde dankbar. jd

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