Reilingen

Freunde Reilinger Geschichte Ehrenmitglied nach fast 40 Jahren aus Vorstand verabschiedet / Vorsitzender Philipp Bickle bestätigt / Ausstellung „Religiöses Leben“ in Arbeit

Walter Astor war bei Arbeit stets zur Stelle

Reilingen.Nach fast 40 Jahren ununterbrochener Vorstandsarbeit bei der Generalversammlung der Freunde Reilinger Geschichte ist Ehren- und Gründungsmitglied Walter Astor aus dem Gremium verabschiedet worden. „Wenn es den Walter nicht gegeben hätte, dann hätte man ihn erfinden müssen“, lobte Vorsitzender Philipp Bickle. Schon im Vorfeld der Vereinsgründung sei Astor tätig gewesen. Für die Aufsicht im Museum oder bei anstehenden Arbeiten sei er stets unaufgefordert zur Stelle gewesen. „Man musste ihn nie bitten“, unterstrich Bickle, der im Amt bestätigt wurde.

In seinem Rückblick erwähnte der Vorsitzende den Sütterlin-Lesekurs, die Veranstaltung mit den Zeitzeugen Helmut und Anneliese Janisch zum Thema Vertreibung, den gelungenen zweitägigen Ostermarkt und den Ausflug zum Kloster St. Odile und zur Maginotlinie. Sehr viele Teilnehmer nahmen am Sommertagszug teil. Sehr beliebt waren die historischen Bilder beim Straßenfest.

Wersau-Arbeitskreis sehr aktiv

Museumsleiterin Cornelia Stojek-Sommer berichtete von zahlreichen Schulklassen und von anderen Besuchergruppen des Museums. Den längsten Bericht erstattete Hella Müller vom Arbeitskreis Burg Wersau. Es ist ein sehr aktiver Arbeitskreis, der schon im kühlen Frühjahr die Lehrgrabung der Universität Heidelberg betreute. 30 Studenten wurden von Grabungsleiter Justin Schmidt, dem Förderverein und den Mitgliedern des Arbeitskreises 29 Tage lang betreut. Das „Grüne Klassenzimmer“ fand bei den umliegenden Gymnasien und bei der Schiller- Schule einen guten Zuspruch. Ein Höhepunkt war das gelungene Lichterfest auf der Wersau. Zum „Tag des Denkmals“ kamen 350 Besucher.

Zähle man die einzelnen Aufgaben wie Grabungszelte aufbauen, Ausgrabungen sichten und archivieren, Rasen- und Unkrautpflege sowie Führungen für Gruppen zusammen, so komme man auf über 2000 Arbeitsstunden, die der Arbeitskreis geleistet hat, bilanzierte Hella Müller. Sie dankte dem Förderkreis Wersau für die wichtige finanzielle Unterstützung.

Lob und Ansporn von Weisbrod

Der ausführliche Bericht von Kassiererin Sigrid Müller-Dorn über das finanzielle Polster des Vereins fand den Beifall der Anwesenden. Auf Antrag von Fritz Römpert, der zusammen mit Fritz Anselment die Kasse geprüft hatte, wurden Kassiererin und Gesamtvorstand entlastet.

Bürgermeister Stefan Weisbrod dankte für die Vereinsarbeit. Die Gemeinde werde im Heimatmuseum, im denkmalgeschützten Fachwerkhaus, in die Zukunft investieren. Man habe mit den Arbeiten schon begonnen. Er forderte den Verein auf, den 1983 wieder ins Leben gerufenen Sommertagszug weiter zu pflegen, denn er erhalte immer mehr Zuspruch der Bevölkerung.

Im Zukunftsplan des Vereins steht eine Sonderausstellung im großen Saal des Heimatmuseums. Unter dem Titel „Religiöses Leben in Reilingen (1910 bis 1960)“ wird in Bildern das Leben der jüdischen, der katholischen und evangelischen Gemeinde dargestellt. Am 8. September, Tag des offenen Denkmals, erfolgt eine Führung durch das Mitteldorf: „Von St. Wendelin zum Kreuzbäcker“. Der Verein beteiligt sich wieder bei Kinderfreizeit, Straßenfest und Adventsmarkt.

Ein Bericht über die Schule von früher ergötzte die Versammlung. Das Schulzimmer mit dem Lehrer im Gehrock, die Schiefertafel und des Lehrers Haselnussstöckchen ließ manche Erinnerung lebendig werden. Die Jahresgabe, vier alte Postkarten mit Reilinger Ansichten um 1910, erinnern an das karge Leben der Menschen in früherer Zeit . le

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