Reilingen

Bildungswerk Josef Diller erzählt von Orden und Klöstern

Wenn der Mönch zum Manager wird

Archivartikel

Reilingen.Viele Menschen verbringen gerne ein paar Tage in einem Kloster. Sie schätzen die Ruhe, das achtsame Leben und die Gemeinschaft. „Die Zeit wird genutzt, um Abstand zur Welt und zu materiellen Dingen zu finden und um zu spüren, welche Ziele man überhaupt verfolgt“, sagt Josef Diller (Bild), der beim katholischen Bildungswerk in Reilingen zum Thema „Die Vielfalt der Ordensgemeinschaften in der katholischen und evangelischen Kirche“ referierte.

Mit seinem großen Wissen informierte er die reine Frauenrunde umfassend über die verschiedenen Orden, ihre Art zu leben und über den Wandel bis zur heutigen Zeit. Er begann beim Mönchsvater „Antonius“, der um 251 in Ägypten als Einsiedler sein Mönchstum begann. Er erklärte auch, dass im 4. bis 5. Jahrhundert nach Christus eine große Weiterentwicklung stattfand, dass heute die Klöster in ihrem Leben mit Gott auch Unternehmen und Herbergen seien und Mönche dabei auch den Job des Managers übernehmen müssten. Dabei erinnerte er an das Kloster Andechs, das für sein Bier bekannt ist.

Doch Orden ist nicht gleich Orden – und Kloster nicht gleich Kloster. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich viele verschiedene Orden, die oft völlig unterschiedlich leben und arbeiten. Im Vergleich stellte Diller einige vor, um den Besuchern die Unterschiede zu erklären. Früher erlangte man, zusätzlich zur Nähe zu Gott, auch Bildung und Absicherung in einem Orden und so kam es, dass kinderreiche Eltern oft froh waren, wenn eines oder mehrere Kinder im Kloster unterkamen. Unter anderem stellte Diller den Jesuitenorden vor, wobei auch mit den Zuschauern ein Dialog entstand.

Für alle Orden ist es heute aber schwer, Nachwuchs zu finden und somit sind sie oft recht überaltert. „Wie das weitergehen wird, das weiß man nicht“, sagte Diller zum Schluss. Und mit diesem Satz entstand nochmals eine angeregte Unterhaltung mit den Besuchern darüber, wie das Leben in den Orden vielleicht etwas moderner gestaltet werden könnte. zg/Bild: Dietrich

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