Schwetzingen

Aufbruch 2016 Günter Nooke warnt vor Wanderungsbewegung

100 Millionen sind auf dem Sprung

„Günter Nooke ist der Afrika-Beauftragte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“, erklärte Pressereferent Dr. Gunter Zimmermann auf einer Sprecherratssitzung der Initiative Aufbruch 2016. Seit zehn Jahren recherchiere, sondiere und analysiere der Politiker die Lage auf dem „schwarzen Kontinent“. In seiner jüngsten Veröffentlichung habe Nooke auf wesentliche Punkte in der Beziehung zwischen Europa und Afrika hingewiesen, die schicksalhaft miteinander verbunden seien, sodass die gemeinsame Gestaltung der Zukunft unausweichlich sei. Das Überleben Europas hänge nach Auffassung des Afrika-Beauftragten nicht vom Klimawandel ab, der ein Scheinproblem sei, sondern wie die Entwicklung in Afrika verlaufe.

Zimmermann zitiert in seiner Pressemitteilung über die Sitzung weiter aus dem Bericht: Für diesen Prozess sei es notwendig, dass für die vielen jungen afrikanischen Erwachsenen und ihre Familien Zukunftsaussichten im Land selbst eröffnet würden. Die Perspektiven müssten begreiflicherweise so aussehen, dass diese Menschen ein Leben und eine Karriere in Afrika als erstrebenswert erachteten. Die Dimensionen seien riesig: „Wir sprechen nicht von Hunderttausend oder einer Million Menschen, sondern in den nächsten 20 oder 30 Jahren von 100 und mehr Millionen, die sich beim Versagen der politischen Bemühungen auf dem Weg nach Europa machen.“

Das damit verbundene Problem der Auswanderung aus Afrika nach Europa zwinge die europäischen Regierungen, gemeinsam mit afrikanischen Politikern nach anderen Wegen zu suchen, nach Wegen, die die Lösung der schicksalhaften Fragen auf dem „schwarzen Kontinent“ selbst suchten, heißt es weiter.

Nooke beurteile die verfolgte Strategie der Seenotrettung kritisch. Sie setze falsche Signale. Klar sei, dass Schiffbrüchige gerettet werden müssten, auch wenn sie sich selbst in diese Lage gebracht hätten oder durch Schlepper gebracht worden seien. Kontraproduktiv sei es jedoch, dass diese Menschen in europäische Länder gebracht würden. Afrika sei wesentlich mehr geholfen, wenn alle Schiffbrüchigen in nordafrikanische Häfen zurückgeführt würden. Dann würde sich das Problem, so der Afrika-Beauftragte, relativ schnell von selbst lösen.

450 Zuwanderer pro Tag

Dass die Krise der illegalen Migration keineswegs vorüber sei, so Zimmermann, zeigten die aktuellen Zahlen. Pro Tag kämen 450 Zuwanderer in die Bundesrepublik, in erster Linie aus Ländern Zentral- und Westafrikas sowie aus Syrien, Irak und Afghanistan. Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, habe laut Zimmermann dazu erklärt: „Die Migrationszahlen, die Asylzahlen, die Zahlen der unerlaubten Einreisen in die EU zeigen deutlich an, dass wir keinen sicheren Schutz der Außengrenzen haben. Wir haben eine sehr ernst zu nehmende Situation, die die Grenzpolizei aufs Äußerste herausfordert.“ zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional