Schwetzingen

Grüne Landes-Verkehrsminister Hermann liest aus seinem Buch

2051: Vision einer neuen und grünen Mobilität

Archivartikel

Region.Ein Ritt durch die deutsche Verkehrsgeschichte seit Mitte des letzten Jahrhunderts ist das Buch von Verkehrsminister Winfried Hermann. Der Landtagskandidat der Grünen, Dr. Andre Baumann, hatte Hermann zu einer Online-Lesung eingeladen. Er erzählte seine persönliche Geschichte der Mobilität, die die deutsche Mobilitätsgeschichte widerspiegelt.

„Ich wuchs am Güterbahnhof in Rottenburg am Neckar auf. Mein Großvater leitete eine Bahnspedition. Der Güterbahnhof war mein Spielplatz. Ich beobachtete, wie täglich Güter von der Bahn auf die Pferdefuhrwerke und Lastkraftwagen umgeladen wurden“, erzählte Hermann. Anhand der eigenen Geschichte und der seiner Familie erzählt er in seinem Buch „Und alles bleibt anders“ die deutsche Mobilitätsgeschichte: Wie die effizienten Pferdefuhrwerke des Großvaters durch Lkw ersetzt wurden, wie Güter kaum mehr mit der Bahn transportiert wurden, sondern mit Lastern – der Familienbetrieb aufgegeben wurde. „Deutschland war Bahnland, es wurde Auto- und Lkw-Land“, so Hermann. Das fein verzweigte Bahnnetz verlotterte, Straßen wurden ausgebaut. Die Bahn galt als altmodisch, das Auto als modern.

„Mit meinem Ford Taunus konnte ich die Welt erfahren – für mich der Inbegriff von Freiheit. Dass dadurch Natur und Umwelt leiden, hätte ich damals nicht gedacht.“ Hermanns Mutter wünschte sich, dass ihr Sohn Pfarrer oder wenigstens Lehrer werde. Hermann selbst träumte von einer Karriere als Rockstar. Er wurde Landtags-, dann Bundestagsabgeordneter bis Ministerpräsident Winfried Kretschmann ihn als Verkehrsminister in sein Kabinett holte. „Als du anfingst, war dein Ministerium eine Straßenbau-Ministerium. Heute werden zwar immer noch Straßen gebaut, aber mehr Mittel fließen in die Sanierung. Aus dem Straßenbau-Ministerium wurde ein Mobilitätsministerium“, so Baumann, dass auch der Schienenpersonennahverkehr wieder ausgebaut wird. „Vor wenigen Jahren konnte sich kaum jemand etwas unter Radschnellwegen vorstellen, heute sind sie der Renner. Radfahren geht hier schnell und macht Spaß“, so Hermann.

Klimafreundlich und bezahlbar

Im letzten Kapitel zeichnete Hermann das Bild einer neuen, grünen Mobilität im Jahr 2051: Stinkende Autos – nur noch in Oldtimer-Clubs. Es fahren Elektrofahrzeuge: Busse, flüsterleise Straßenbahnen, E-Bikes und E-Autos. In Städten gibt es mehr Platz für Menschen, Fußgänger und Radfahrer. Straßen werden schmaler, Flaniermeilen breiter. Bäume spenden Schatten an tropisch-heißen Sommertagen. „Wir müssen unsere Siedlungen an den Klimawandel anpassen“, so Hermann. „Wir Grüne sind der Motor für eine neue, moderne Mobilität. Attraktiv, klimafreundlich und bezahlbar muss diese sein. Und wir Grüne sind Garant für eine erfolgreiche Transformation unserer Automobilwirtschaft. Unser Ziel ist, dass die emissionsfreien Autos bei uns vom Band laufen“, so Baumann. zg

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