Schwetzingen

Gemeinderat Beim Pfaudler-Areal gehen die Planungen zügig voran / Entwicklung und Bebauung eines ersten Abschnitts im nördlichen Bereich auf den Weg gebracht

50 Wohnungen als Musterhaussiedlung

Archivartikel

In diesen Tagen räumt die seit über 110 Jahren in Schwetzingen ansässige Firma Pfaudler ihr Werksgelände an der Scheffelstraße endgültig. Und praktisch zeitgleich geht es mit den konkreten Planungen für die zukünftige Verwendung des etwa 67 000 Quadratmeter großen Areals weiter: Gestern Abend stimmte der Gemeinderat sogar schon der Entwicklung und Bebauung eines ersten Abschnitts im nördlichen Bereich zu. Dort an der Pfaudlerstraße, wo sich heute noch der Parkplatz und ein Verwaltungsgebäude befinden, sollen so zeitnah wie möglich die ersten 50 Wohnungen entstehen, quasi als Musterhaussiedlung.

„Wir können in eine schnelle Umsetzung gehen“, freute sich Oberbürgermeister Dr. René Pöltl und mit ihm alle anwesenden Ratsfraktionen. Und dies sei sogar ohne vorherige Aufstellung eines Bebauungsplans möglich, der dann in einem zweiten Schritt für das Gesamtareal kommen soll – parallel zur Bebauung des ersten Bauabschnittes und basierend auf diesen grundsätzlich gebilligten planerischen Vorstellungen. Das würde den Wohnungsmarkt schon entlasten, betonte der OB, und es werde auch Zeit: „Denn es drückt an allen Ecken und Enden.“ Oder um es mit den Worten von Robin Pitsch zu sagen: „Der Wohnungsmarkt brennt.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende ist sicher: „Dieses Gebiet würde auch ohne unser Zutun weggehen wie warme Semmeln.“ Aber Schwetzingen lege eben dort Wert auf soziale Verträglichkeit.

Das erste Wort hatte aber zuvor Karl Rupp (Freie Wähler/SFW), der nicht nur den Investor und Projektentwickler Epple lobte: „Deren Arbeit ist bislang vorbildlich.“ Rupp konnte sich in der letzten Sitzung des bisherigen Gremiums vor der Kommunalwahl am 126. Mai einen Seitenhieb auf die politische Konkurrenz nicht verkneifen, die in den sogenannten Lenkungskreisen bezüglich der Konversionsflächen und des Pfaudler-Areals nicht oder nur selten anwesend sei und trotzdem damit (Wahlkampf-) Politik betreibe. Denn eine Bebauung der ehemaligen Kasernenflächen sei nach derzeitigem Stand völlig unmöglich. Umso wichtiger sei es, dass es an der Scheffelstraße zügig vorangehe.

Lärmschutz als großes Thema

Erwiderungen von der Gegenseite kamen keine, die anderen Fraktionen beließen es bei den durchweg positiven Stellungnahmen zum ersten Planungsschritt auf dem Pfaudler-Gelände: „50 Wohnungen sind sehr erfreulich,“ meinte Rita Erny (CDU). Marco Montalbano (Bündnis 90/Die Grünen) verwendete die Attribute „sozial, sozialverträglich, nachhaltig und städtebaulich ansprechend“. Dr. Christian Lorentz (FDP) nannte es „eine attraktive Gegend – trotz des Bahnlärms“.

Dem Schallschutz hatte zuvor auch Rita Erny eine große Rolle beigemessen, er ist auch einer der wesentlichen Bestandteile der Planungen, die das Unternehmen Epple schon im Herbst vorlegen will. Den die bereits seit 2017 vorgenommenen Untersuchungen durch Fachbüros bestätigen, dass die sehr hohen Lärmbelastungen des Areals aus Schiene, Gewerbe und Verkehr dazu führen, eine Entscheidung zur Form des Schallschutzes und damit der Freiraumqualität im Quartier zu treffen ist. „Die Entscheidung zwischen aktivem und passivem Schallschutz oder teilweise aktivem und teilweise passivem Schallschutz wird Einfluss auf die Planfigur, Gebäudestellung, Freiraum- und Aufenthaltsqualität im Quartier und damit insgesamt auf die Bebauungsstruktur haben“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Von Grünflächen bis Brücke

Der Immissionsschutz wird aber nur ein Teil des Masterplans sein, der bis Herbst 2019 vom Vorhabenträger als städtebaulicher Rahmen entwickelt wird und für den Gemeinderat ablesbar die zukünftige städtebauliche Figur und Körnung der neuen Bebauung zeigt. Auf Grundlage dieses Rahmenplanes soll die Quartiersentwicklung planerisch, gestalterisch und zeitlich zweistufig umgesetzt werden. Wie es zukünftig dort aussehen könnte, sei der Bevölkerung auch schon bei einem Bürgertermin im November präsentiert worden, erinnerte OB Dr. Pöltl.

Unter anderem geht es bei den weiteren Planungen um die Art, Größe und Höhe der Baukörper, um Grünflächen, eine Anbindung an die Kernstadt und den Bahnhof durch eine Fuß- und Radfahrerbrücke oder die generelle Verkehrserschließung in Form eines Mobilitätskonzepts. Nicht zu vergessen sind die Ideen für den Erhalt einiger historischer Bausubstanzen, etwa für einem Kindergarten, einen Künstlertreff oder eine öffentliche Begegnungsstätte, was Freiwähler Karl Rupp ausdrücklich begrüßt hatte.

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