Schwetzingen

Neueröffnung Jasmine Letschnig bringt Spezialitäten aus ihrer Heimat in die Innenstadt / Kärntnerin mit Barista-Ausbildung

Österreich liegt jetzt um die Ecke

Archivartikel

„Genuss x Zeit – die österreichische Botschaft“, heißt das Feinkostgeschäft von Jasmine Letschnig. „Die Idee ist mir schon lange durch den Kopf geschwirrt“, erklärt die gebürtige Österreicherin, die nun ihren Traum verwirklicht hat. In der Carl-Theodor-Straße 29 (ehemals „Schwetzinger Bohne“) bietet sie Kunden ausgesuchte Spezialitäten aus ihrer Heimat, angrenzenden Alpenländern und der Region an.

Ein großes Alpenpanorama an der Wand zeugt von Letschnigs Herkunft. Aufgewachsen im südlichen Kärnten, kam sie auf dem Bauernhof ihrer Großmutter von Kindesbeinen an in Berührung mit dem Anbau und der Verarbeitung hochwertiger Lebensmittel. „Wir haben saisonal und regional gekocht und selbst geschlachtet“, erklärt Letschnig, die nach ihrem Wirtschaftsstudium in Wien als Unternehmensberaterin Karriere machte.

Die Idee, nachhaltig produzierte Lebensmittel anzubieten, die aus kleinen Manufakturen stammen, nahm immer konkretere Formen an. 2016 entschied sich Letschnig für einen Neuanfang. Mit ihrer Familie zog sie kurzerhand ins italienische Piemont und schrieb sich für den internationalen Master-Studiengang Gastronomic Sciences an der Slow-Food-Universität in Pollenzo ein. Damit schuf sie die Grundlage für ihre neue berufliche Laufbahn.

Frisches, Geräuchertes und Käse

Auch den nächsten Schritt plante sie sorgfältig: die Auswahl der Lebensmittel. „In Österreich gibt es viele kleine Lebensmittel-Manufakturen mit einem hohen Bio-Anteil, Start-up-Unternehmen, auch solche, die alte Marken retten wollen“, erklärt Letschnig, die genau diese und dazu Premium-Produkte von namhaften Unternehmen im Sortiment hat. „Ich bin viel gereist und kenne die meisten Hersteller persönlich“, berichtet die Gründerin.

So finden sich in der Frischetheke neben ausgesuchten Räucherwaren wie Wurst, Schinken und Speck auch eine erlesene Auswahl österreichischer Käse, darunter zahlreiche Rohmilchprodukte. Diese Köstlichkeiten gibt es auch als leckere Jausenbrote und Brettljausen. Von der Heidelberger Holzofenbäckerei bekommt sie Roggensauerteigbrot geliefert und Baguettes, deren Teig 72 Stunden reift. Das verleiht dem Brot neben dem feineren Geschmack auch eine ausgesprochen gute Verträglichkeit.

Kaffeekultur ist für Letschnig, die zehn Jahre in Wien lebte und dort ihre Barista-Ausbildung absolvierte, „eine echte Herzensangelegenheit“. Die Bohnen für die Kaffeespezialitäten werden in der feinen Privat-Rösterei Kaffeestopp in Birkenau geröstet. Den Kuchen zum Kaffee – Typisches aus Österreich wie Sacherwürfel oder Linzertorte – liefert die Weinheimer Patisserie Mendel.

Das Konzept, regional, nachhaltig und verantwortungsbewusst zu handeln, vertritt Letschnig auch bei Slow Food, einer weltweit tätigen Vereinigung. Dort ist sie ehrenamtlich im Leitungsteam des Rhein-Neckar-Conviviums aktiv. „Wir wollen unter anderem weg von der hochindustriell hergestellten Nahrung und zurück zu guten, ehrlichen Lebensmitteln“, sagt Letschnig, die nun genau dies genussvoll in die Tat umsetzt. cat

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