Schwetzingen

Über den Wolken

Archivartikel

Das Lied „Über den Wolken“ setzt inzwischen über Generationen hinweg der Leichtigkeit des Seins ein kleines Denkmal. Sitzt man gemütlich irgendwo draußen, schaut in den blauen Himmel und hört den Motor eines einzelnen Flugzeuges, kann man mit Reinhard Mey unwillkürlich ins Träumen kommen. Die unendliche Freiheit am Himmel klingt verführerisch, ist aber doch oft nur ein schöner Traum.

Denn ähnlich wie die Vorstellung von leeren Straßen, auf denen man ungestört vor sich hinfahren kann, ist inzwischen die Wirklichkeit „am Himmel“ auch eine ganz andere, denn im Raum über unseren Köpfen ist ziemlich viel Betrieb.

Vieles kann man schon hören, bevor man es sieht und manchmal bekommt man die ganze Palette geboten: Ganz oben die großen Verkehrsflugzeuge von und nach Frankfurt, darunter die kleineren Motorflieger, die immer präsenten Hubschrauber für Einsätze wie Rettungsdienste, Verkehrsüberwachung und Militär. Dazu kommen die Segelflugzeuge, Ultra-Leichtflieger und Paraglider. Sehr schnell vermehren sich derzeit als neue „Himmelskörper“ die Drohnen, jene vielseitig einsetzbaren Fluggeräte, die von segensreich wie bei der Suche nach Unfallopfern oder Feuernestern bei Waldbränden als Aufklärer dienen und bis zu todbringend in Militäreinsätzen wirken. Fotografen schwärmen von den unvergleichlichen Landschaftsbildern mit Hilfe der Drohnenkameras, im Internet gibt es zahlreiche Communities für Profis und Hobbyfotografen.

Eine neuere Erscheinung ist in ihren Auswirkungen noch nicht abzusehen: Die Gyrocopter oder Tragschrauber, die entfernt mit einem Hubschrauber verglichen werden können. Flugschulen bieten Rundflüge und Seminare an und werben bereits mit dem Traum, den eigenen Gyrocopter für den Weg zur Arbeit oder den Kurzurlaub zu nutzen. Auch dieser Teil des „Verkehrsaufkommens“ wird also weiter zunehmen.

Nicht erst dann stellt sich die Frage eines guten Miteinanders. Die Freude am Hobby in der Luft und der Schutz der Privatsphäre von vielen wird zwar sicher rechtlich immer engmaschiger geregelt werden, wichtiger erscheint jedoch die Einsicht. Neben den täglichen Auseinandersetzungen auf der Straße brauchen wir gewiss kein neues „Kampfgebiet“.

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