Schwetzingen

Alles neu, aber nicht vorrätig

Archivartikel

Gert Häusler sieht den Dienstleistungsauftrag missverstanden

Freitag 16 Uhr. Noch rechtzeitig, um die Postfiliale an der Bahnhofsanlage zu besuchen. Nachdem sich die Post vom Gesetzgeber eine deftige Portoerhöhung zum 1. Juli genehmigen ließ, war der Neukauf von frankierten Postkarten und Ergänzungsbriefmarken zu noch vorhandenen Markenbeständen notwendig. Die Post hat ja freundlicherweise in einer Wurfsendung alte und neue Preise gegenübergestellt und in Rot den Wert der Ergänzungsbriefmarken aufgeführt. In der Filiale waren auch nur ein paar Kunden, so dass die Bestellung zügig aufgegeben werden konnte.

Der Wunsch nach neuen Wertzeichen stellte sich aber als Wunschtraum heraus: Neue Postkarten seien „ausverkauft“, die Frage nach Ergänzungsbriefmarken, mit der man alte Postkarten aufwerten könnte, wurde ebenso mit „haben wir auch keine“ beantwortet. Der Verweis auf den Automaten ist für Postkarten genauso wenig hilfreich wie für größere Mengen an Briefmarken. Klar ist, die freundlichen Mitarbeiter am Schalter können nichts für die schlechte Logistik der Post wie auch der Kellner, der dem Gast ein vom Koch versalzenes Gericht servieren muss. Es stimmt jedoch bedenklich, wenn immer mehr größere Projekte bei uns nicht richtig laufen.

Zur ergänzenden Information des Mitarbeiters, dass sie ja eigentlich die Postbank und somit von „Zulieferungen“ abhängig seien, passt eine Wirtschaftsmeldung ebenfalls von Freitagabend: Im Zuge des Vorstandsumbaus der Deutschen Bank muss der Privatkundenvorstand Frank Strauß voraussichtlich das Unternehmen verlassen. Er war Vorstandsvorsitzender der jetzt zur Deutschen Bank gehörenden Postbank und verantwortet sie in seinem Deutsche-Bank-Aufgabenbereich. Mancher fragt sich bei solchen Gelegenheiten, wo ist nur die gute alte Post geblieben.

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