Schwetzingen

Badeordnung Schon früher gab es strenge Regeln fürs kühle Nass

Als am Leimbach geplanscht wurde

Archivartikel

Wenn jetzt am Mittwoch das Bellamar Freibad seine Pforten öffnet, dann gibt es doch erhebliche Einschränkungen beim Badespaß. Das fängt schon bei den ausschließlich online zu buchenden Tickets an. Wir haben ja ausführlich über die strengen, von der Corona-Pandemie geprägten Regeln berichtet. Aber auch früher gab es schon eine Badeordnung, die es in sich hatte, wie unser Blick ins Jahr 1882 zeigt.

Von Corona geprägt war früher noch nichts, jedoch waren die Sitten und Gebräuche strenger. Zum Schmunzeln regen natürlich auch die gezeigten urgroßväterlichen Formulierungen an. Schließlich stammt die vom damaligen Schwetzinger Bürgermeister C. Mechling erlassene, hochbetagte Bade-Ordnung aus dem Jahre 1882. Damals war die direkt am Leimbach befindliche Bade- und Schwimmanstalt von morgens um 5 bis abends um 21.30 Uhr geöffnet. Aber zeitlich streng unterteilt zwischen Männern, Knaben, Erwachsenen und Soldaten. Letztere in Escadron-Stärke, denn damals gab es die Großherzogliche Dragonerkaserne im Marstall.

Für Frauen und Mädchen waren den ganzen Tag sogenannte „Badekabinette“ vorgesehen und geöffnet, die man von der „Bleiche“ aus erreichte. Baden durften alle nur in „geeigneter Bekleidung“ und für Nichtbadende war der Eintritt strengstens verboten. Damals wie heute war es verboten „Hunde mit in die Anstalt zu nehmen, oder gar sie zu baden“.

Akribisch genau gestalteten sich auch die „Bade-Taxen“. So zahlten Schüler der Volks- und Höheren Bürgerschule für ein Bad fünf Pfennige, Männer waren mit zehn Pfennigen dabei. Ein Abo für Knaben kostete zwei Mark – für Männer das Doppelte. Für ein Bad in den Badhäuschen zahlte ein Erwachsener 25 Pfennig, Dienstmädchen nur zehn und ein Kind kostete fünf Pfennig Eintritt.

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