Schwetzingen

Musik Nach 30 Jahren feiert die Schwetzinger Band Hogweed heute in Hockenheim ihr Comeback

Als wären sie nie weg gewesen

Archivartikel

Schwetzingen/Hockenheim.Es klingt, als wären sie nie weg gewesen. Dieser Sound, der an die frühen Genesis angelehnt ist. Und diese Songs, die einen an die Jugendzeit erinnern. Sage und schreibe 30 Jahre ist es her, seit sich die Hogweed getrennt haben. 30 Jahre, in denen sich manche Bandmitglieder gar nicht gesehen haben. 30 Jahre, in denen einer von ihnen sein Instrument gar nicht mehr in den Händen hatte. 30 Jahre, in denen ihre Songs nicht gespielt wurden. Und nach diesen 30 Jahren gibt die legendäre Progressive-Rock-Formation aus dem Raum Schwetzingen ihr Comeback - heute ab 20 Uhr im Pumpwerk Hockenheim.

Nach Weihnachten war es, als die Idee eines Wiedersehens aufkam. Bassist Andreas Bofinger, der in Oftersheim lebt, hatte die Initiative ergriffen. "Es hat von Anfang an gezündet", erinnert sich Pit Goss. Dabei war eine Reunion der zwischen 1984 und 1887 aktiven Band gar nicht so einfach. Zwar leben Bofinger, Goss und der damalige Tonmischer Joachim "Flocki" Weber (beide Schlagzeug) nach wie vor hier. Aber der Rest ist verstreut: Saxofonist Thomas "Elch" Ehrhardt in Schriesheim, Gitarrist Mike Geyer in Karlsruhe, Sänger Michael Klein in Fulda, Keyboarder Michael "Andy" Busch in Berlin und sein Bruder Matthias (Querflöte) im Raum Hannover.

Begeisterung gleich entfacht

Doch es klappte. Und die Begeisterung war gleich wieder entfacht, der Gedanke an ein Konzert in Originalbesetzung wurde schnell mit Leben erfüllt. "Wir haben gemerkt, wie gut es war, eigene Musik zu machen, wie es einen fordert",sagt Pit Goss. Die Jungs - mittlerweile alle so Mitte 50 - verstanden sich sofort so gut wie früher. "Wir waren ja wie eine Familie, wir haben alles zusammengemacht, wir waren sogar zusammen in Urlaub", erinnert sich Michael Busch gern zurück.

Dabei war die Wiederbelebung anfangs schwierig. Denn musikalisch gingen die Acht ganz verschiedene Wege, auch wenn sie fast alle am Ball geblieben waren: Pit Goss trommelt insgesamt in zehn Bands, auch Flocki Weber und Andreas Bofinger spielen regelmäßig in diversen Formationen. Matthias Busch hat seine Passion zum Beruf gemacht, ist als Musiklehrer und Komponist eine echte Querflöten-Koryphäe. Michael Busch hat sich als Regisseur einen Namen gemacht und Filmmusik komponiert. Mike Geyer arbeitet als Lehrer immer mal wieder in Musikprojekten und Michael Klein widmete seine Gesangsqualitäten eher Chören. Thomas Ehrhardt hingegen hatte sein Instrument drei Jahrzehnte im Schrank liegen, die Motivation fehlte. "Ich hatte kein Interesse mehr", erzählt er und freut sich: "Aber es klappt noch."

Äußerst diffizil gestaltete sich dann die Ausarbeitung der alten Songs. Denn die Aufzeichnungen waren spärlich. Klar, es gab die 1986 erschienene LP "The Poet", die inzwischen digitalisiert wurde. Aber darüber hinaus halfen meist nur entstaubte Audio-Kassetten von alten Auftritten und das Gedächtnis. "Keine Ahnung" steht auf den ersten Aufzeichnungen, die sich Mike Geyer gemacht hat, als er versuchte, sich die Riffs von früher zu erarbeiten. "Ha, was singt er da?," bei einem anderen Song. Aber das war nur eine Momentaufnahme. Vom Ergebnis können sich alle heute Abend im Pumpwerk überzeugen.

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