Schwetzingen

Architektonisch kühne Idee

Archivartikel

Lokale sind ja bekanntlich Orte, um Bekanntschaften zu schließen. Aber auch dort gibt es stille Örtchen, wo sich das paarungswillige Männchen oder Weibchen für erste Kontaktaufnahmen weniger aufgeschlossen zeigt. In den meisten Fällen jedenfalls.

Während in der Vergangenheit die nach Geschlechtern streng getrennten Toiletten hart erstritten wurden, kehrt sich nun – vor allem in Metropolen – die Entwicklung zum Unisex-WC um.

Aber auch in Schwetzingen gibt es einen ersten halbherzigen Versuch. Im neuen Welde-Brauhaus sind im Keller zwar durchaus noch zwei getrennte Toiletten vorhanden, aber beim Händewaschen offenbart sich dann eine für unsere beschauliche Klein-stadt große Überraschung: Die Fläche hinter den Waschbecken ist als eine Art Durchreiche gestaltet, als offener Bereich zum Männerklo. Zu sehen ist beim Gegenüber aber lediglich der Bauchbereich – der Anblick mal mehr, mal weniger erfreulich. Eine Annäherung à la „Schau mir in die Augen, Kleines“ klappt jedenfalls nicht.

Über den tieferen Sinn dieser architektonisch ebenso kühnen wie ungewöhnlichen Eingebung gab’s sogleich Diskussionen. Aber vielleicht stecken dahinter auch nur finanzielle Zwänge. Bei den Preisen, die zurzeit auf dem Bau aufgerufen werden, ist schon so manchem Bauherrn das Geld für genug Fliesen ausgegangen . . .

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