Schwetzingen

Attacke aus der Luft

Es hat etwa 10 Grad um 6 Uhr morgens. Die Sonne kämpft sich immer wieder durch die Wolken und von meiner Jogging-runde habe ich gerade den ersten Kilometer geschafft.

Dann der Schock: Ein plötzlicher Schlag auf den Hinterkopf beschleunigt meinen Puls ins Unermessliche. Panisch schreie ich und schlage um mich – in der Hoffnung, den Angreifer so zu bewältigen. Doch auf dem Feldweg hinter mir ist keine Menschenseele – nur eine Krähe fliegt schnell zurück auf ihren Baum, um dann direkt wieder hinter mir im Tiefflug die Seite zu wechseln und mich von einem Baum auf der anderen Seite gruselig anzustarren. Direkt sehe ich vor meinem inneren Auge Szenen aus Alfred Hitchcocks Horrorklassiker „Die Vögel“ – und sprinte panisch etwa 100 Meter weit. Zuhause angekommen setzte ich mich direkt an den Computer, um den Grund dieses heimtückischen Angriffs herauszufinden.

Und schnell stellt sich heraus: In dieser Zeit ist das gar nicht so ungewöhnlich. Im Frühling und Anfang Sommer ziehen die Krähen ihre Jungen auf und verteidigen diese mit aller Konsequenz gegen einen potenziellen Angreifer. Und der ist in diesem Lebensraum häufi

Experten raten, wer sich in solch einer Situation befindet, sollte sofort stoppen und den Rückzug antreten. Schnelle Bewegungen seien zu vermeiden – besonders das Herumfuchteln mit den Händen. Objekte, die sich schnell bewegen, werden eher als Feind betrachtet und deshalb häufiger und energischer angegriffen. Deshalb treffen solche Attacken vermehrt Jogger und Radfahrer als beispielsweise Spaziergänger.

Ich habe also in meiner Unwissenheit und unter Schock komplett falsch reagiert. Vielleicht hatte die Krähe gespürt, dass ich nichts von ihrem Nachwuchs wusste und mich deshalb verschont. Falls ich sie wiedersehe, weiß ich jetzt, was zu tun ist. Und bis dahin freue ich mich über mein Glück im Unglück.

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