Schwetzingen

Erinnerungen Friedrich Dürrenmatt hat sich im Gästebuch des Hotels „Adler Post“ verewigt / „Achterloo“ bei Festspielen aufgeführt

Aufgehoben zwischen Spargel und Theater

Gleich zweimal war der Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Friedrich Dürrenmatt mit seiner Frau Charlotte Kerr zu Gast im Hotel „Adler Post“. Bei einem Kurzaufenthalt im Jahr 1987 und ein Jahr später dann anlässlich der Vorführung „Achterloo“ bei den Schwetzinger Festspielen.

„Achterloo“ war Dürrenmatts letztes dramatisches Werk. „Er nannte es selbst einen Versuch, ein Fazit aus seiner Theaterarbeit zu ziehen, eine Art ,Endspiel seiner Dramaturgie‘. Dafür verwendet Dürrenmatt seine Grundmetapher aus ,Die Physiker‘: die Welt als Irrenhaus“, schreibt dazu der Verband deutscher Bühnen- und Medienverlage.

Schauplatz ist ein Irrenhaus namens „Achterloo“, in der Nähe von Waterloo, dessen Insassen ein Rollentherapiestück spielen. „Als historischen Hintergrund dafür setzt Dürrenmatt die Verhängung des Kriegsrechts durch Staatschef General Jaruzelski 1981 in Polen“, schreibt der Verband weiter. Am 5. Januar wäre Dürrenmatt 100 Jahre alt geworden, deshalb hat sich der „Adler Post“-Geschäftsführer Werner Höfer an seinen besonderen Gast erinnert. „Er war ein angenehmer Mensch. Freundlich und zuvorkommen“, erzählt er.

Natürlich hat er sich damals auch ins Gästebuch des Hotels eingetragen. „Wir waren hier gut aufgehoben. Zwischen Spargeln und Theater“, steht dort – und auch die Schwetzinger Zeitung hatte 1987 über seinen Besuch berichtet. Denn: „Kein Geringerer als Friedrich Dürrenmatt war am Samstag im Rokokotheater.“ Damals war er zur Aufführung der „Prinzessin von Cléves“ von Jean Françaix beziehungsweise dessen 75. Geburtstag gekommen. Auch diese Feier wurde in Schwetzingen zelebriert. Den Zeitungsausschnitt hat Höfer zusammen mit einigen Bildern vom berühmten Schriftsteller aufgehoben. Zwei Jahre nach diesem Besuch ist Dürrenmatt in Berlin an Herzversagen gestorben.

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