Schwetzingen

Einbruchsprävention Polizei geht durch die Oststadt und informiert Anwohner über Schwachstellen an ihren Häusern / Bürger freuen sich

Aufmerksame Nachbarn schützen

Donnerstag, 13.20 Uhr, Oststadt: Die Straßen sind leer, der Wind bläst gegen die Fenster der Einfamilienhäuser. Carsten und Uwe Petzold haben Infomaterialien in der Hand und gehen auf dem Gehweg die Straßen entlang. „Dort ist ein offenes Fenster, wenn wir das sehen, klingeln wir“, erklärt Carsten Petzold seine Arbeit.

Zusammen mit seinem Kollegen hat er sich an diesem Tag die Oststadt ausgesucht, um die Bewohner für Einbrecher zu sensibilisieren und gleichzeitig das Sicherheitsgefühl zu stärken. Dieses Präventionskonzept soll mögliche Täter verdrängen und so Wohnungseinbrüche verhindern. „In diesem Jahr machen wir das zum vierten Mal. Die Wohnungseinbrüche haben sich von 2018 auf 2019 halbiert. Ein wesentlicher Grund ist sicher die Präventionsarbeit“, sagt Petzold.

Kostenlose Beratung

Bei Klaus Vorderwülbecke entdecken die Beamten ein offenes Fenster – und klingeln. „Wenn dann jemand zu Hause ist, ist für uns die Arbeit fast schon wieder erledigt“, erklärt Petzold. Zu den Infomaterialien, die die Beamten dabei haben, gehört auch ein Gutschein. Für eine kostenlose sicherungstechnische Beratung der Kriminalpolizei in Mannheim. „Die Kollegen kommen dann vorbei und schauen sich Ihr Haus ganz genau an. Dann wird aufgezeigt, was vielleicht noch verbesserungswürdig ist“, erklärt Petzold dem Anwohner.

Vorderwülbecke fühlt sich in seinem Haus ziemlich sicher. „In der Straße kennt man sich – und da wird aufeinander geachtet“, sagt er. Das sei ein wichtiges Mittel, um sich vor Einbrechern zu schützen. Nachbarn, die dann direkt die Polizei rufen, reduzieren das Risiko ungemein. Und auch das Sicherheitsgefühl steigt bei den Bürgern. Die Blicke der Menschen, die gerade aus dem Auto steigen oder aus dem Fenster sehen, sind teils etwas skeptisch, teils neugierig.

„Weil wir das ja schon ein paar Jahre machen, kennen das die Menschen meistens schon. Und wenn nicht, dann klären wir sie direkt auf. Darauf reagieren sie dann natürlich sehr oft positiv. Uns wird ja manchmal vorgeworfen, dass wir so selten auf der Straße bei den Menschen sind. Genau das sind wir jetzt – und das wissen die Bewohner auch zu schätzen.“

Nicht nur in der Oststadt sind die Polizisten anzutreffen. „Wir suchen uns immer wieder andere Stadtviertel aus und sehen uns dort um“, erklärt Petzold. Offene Fenster sind ihm ein Dorn im Auge, aber auch zu hohe Hecken. „Wenn die höher als 1,80 Meter ist, ist das nicht optimal. Dahinter kann sich irgendwer zu schaffen machen und kein Passant oder Nachbar würde davon etwas mitbekommen. Aber wir können die Menschen natürlich auch nicht zwingen. Wir weisen sie lediglich darauf hin, beziehungsweise geben ihnen den Gutschein, dass sich die Kollegen von der Kriminalpolizei vor Ort ein Bild davon machen können und dem Bewohner weiterhelfen.“

Petzold zieht nach dem Rundgang eine positive Bilanz. Kein einziger Zettel mit dem Hinweis, dass es Einbrecher hier durch eine offene Haustür oder ein gekipptes Fenster besonders leicht gehabt hätten, landet in einem Briefkasten.

Bei diesen Szenarien war der Bewohner direkt zur Stelle – und wurde dann freundlich von den Polizisten informiert.

Info: Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle unter www.k-einbruch.de

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional