Schwetzingen

Schloss Erinnerung an den Schöpfer des Deckengemäldes

Aurora besiegt die Nacht

Der 29. November ist der Geburtstag eines Mannes, der eindrucksvolle Spuren in Schwetzingen hinterlassen hat: Am 29. November 1725 wurde Nicolas Guibal in Lunéville in Lothringen als Sohn eines französischen Bildhauers geboren. Nach einer Ausbildung zum Maler und einem Studium in Paris wurde Guibal in die Kurpfalz und nach Württemberg berufen. In Schwetzingen schuf er das Deckengemälde im Badhaus des Schwetzinger Schlossgartens, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatlichen Schlösser und Gärten.

Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz holte Nicolas Guibal (1725 – 1784) an den Kurpfälzischen Hof. Der Kurfürst ließ sich gerade das Badhaus im Schlossgarten von Schwetzingen errichten, das als privater Rückzugsort gedacht war, ein Bauwerk von besonderer Raffinesse in Entwurf und Ausstattung. Der Baumeister stammte ebenfalls aus Lothringen: Nicolas de Pigage. In der Mitte des Badhauses dient ein Ovalsaal als Foyer für die Besucher. Hier schuf Guibal das Deckengemälde „Aurora vertreibt die Nacht“. Der Maler öffnet in seinem Bild die Raumdecke in den dämmernden Morgenhimmel.

Das heute wieder sorgfältig restaurierte Gemälde versinnbildlicht den Lauf der Zeit, dem der Mensch sich nicht entziehen kann. Das Gemälde ist eine Reminiszenz an ein älteres Vorbild. Guido Reni hatte das gleiche Thema im Palazzo Rospigliosi in Rom gemalt. Guibal hatte das berühmte Deckenbild auf einer Reise durch Italien gesehen – der württembergische Herzog selbst hatte ihm diese Reise bezahlt, um seine künstlerischen Kenntnisse zu erweitern. zg

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