Schwetzingen

Schloss Sonderführungen durch das Untere Wasserwerk am Pfingstmontag / Einblicke in die älteste erhaltene Knochenmühle

Ausgeklügelte Technik für damalige Zeit

Archivartikel

Mit dem einzigartigen Technikdenkmal Unteres Wasserwerk können seit dieser Saison die besonderen Facetten der Sommerresidenz Schwetzingen entdeckt werden: Zur Besichtigung des frisch sanierten Unteren Wasserwerks bieten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg weitere Führungstermine an – die nächsten finden am Pfingstmontag, 10. Juni statt, stündlich von 11 bis 15 Uhr, heißt es in einer Pressemitteilung des Schlosses.

Das Untere Wasserwerk ist ein sichtbares Zeichen dafür, welch technischen und logistischen Aufwand ein so glänzender Hof wie der des pfälzischen Kurfürsten mit sich brachte. Bei den nächsten Sonderführungen erleben die Gäste die kunstvollen Wasserspiele und raffinierte Technik des Unteren Wasserwerks, bei der sogar die alte Maschinerie in Bewegung gesetzt wird. Auch die in Deutschland älteste erhaltene Knochenmühle ist Teil der Präsentation.

Schaufelrad vier Meter groß

Die Sanierung des Unteren Wasserwerks, mit dem im 18. Jahrhundert die Brunnen und Fontänen im Schlossgarten Schwetzingen betrieben wurden, ist im Herbst letzten Jahres abgeschlossen worden (wir berichteten). Die Anlage ist ein eindrucksvolles Zeugnis für die fortgeschrittene Technik der Zeit – und sie ist fast vollständig erhalten. Das Untere Wasserwerk hatte die Aufgabe, mit seinen Pumpen die Wasser- und Brunnenanlagen im nördlichen Teil des Schlossgartens zum Laufen zu bringen. Heute werden die Fontänen mit modernen Pumpensystemen betrieben und die mehr als 250 Jahre alte historische Anlage ist abgeschaltet. Die gesamte Technik samt riesigem Wasserrad ist jedoch erhalten.

Das enorme hölzerne Schaufelrad mit einem Durchmesser von gut vier Metern transportierte das gestaute Wasser des Leimbachs in ein erhöhtes Reservoir. Zugleich trieb es über seine Achse große hölzerne Zahnräder an und übertrug so die Wasserkraft des fließenden Bachs auf andere Getriebe – etwa die große Knochenmühle mit einem Pochwerk. Knochenmehl nutzte man zur Herstellung von Leim und als Dünger. zg

Info: Einblicke ins Untere Wasserwerk gibt es in einer Fotostrecke unter www.schwetzinger-zeitung.de

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