Schwetzingen

Automobile Raritäten im Schlossgarten

Archivartikel

Classic-Gala: Schwetzingen bietet Reise durch die Zeitgeschichte der Fahrzeugentwicklung / Seltene Stoewer zu bestaunen

Schwetzingen.Das eleganteste Freiluft-Museum der Automobilgeschichte macht wieder Station in Schwetzingen: Der „14. Internationale Concours d’Elegance – Automobile Classic-Gala“ zeigt am Wochenende, 1./2. September, beliebte und seltene Oldtimer im Schlossgarten. Dazu gibt es ausgesuchte Accessoires, Mode, Automobilzubehör und Literatur, Live-Jazz mit den „Strangers“ und einem Pianisten, Elvis-Tribute-Shows im Bereich der US-amerikanischen Fahrzeuge sowie eine Kunstausstellung mit Café im Südflügel des Schlosses.

Schon der Name „Classic-Gala“ sagt, was diesen Concours d’Elegance von allen anderen Veranstaltungen dieser Art unterscheidet: Er ist keine Autoschau, sondern ein einzigartiges gesellschaftliches Ereignis mit Architektur, Kultur, Stil, Geschichte und Technik zu einem erschwinglichen Eintrittspreis (nur Schlossgarteneintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familien 15 Euro).

Was im Jahre 2001 in Schwetzingen als erster reiner „Concours d’Elegance Automobile“ mit internationaler Jury in einem deutschen Schlosspark begann, hat sich inzwischen in der internationalen Oldtimerszene zum neuen „Markenzeichen von Schwetzingen“ entwickelt. Manche Teilnehmer waren schon zehnmal dabei. Mehr als 200 000 Besucher haben seitdem bei bislang 13 Veranstaltungen mehr als 2000 klassische Automobile aller Jahrzehnte ab 1890 aus aller Herren Länder bewundert und die schönsten Fotos von Oldtimern im Internet zeigen die Klassiker im Schlossgarten.

Dabei holt Veranstalter Johannes Hübner immer wieder Raritäten herbei. So sind in diesem Jahr die fortschrittlichen und exklusiven Automobile der Marke Stoewer aus Stettin (heute in Polen) mit dabei. Die 119 Jahre alte Marke stellte ihre Automobilproduktion schon mit Ende des Jahres 1945 ein. In Kooperation mit dem deutschen Stoewer-Museums in Wald-Michelbach werden nun die wichtigsten Meilensteine von Stoewer zwischen 1911 und 1940 im Park präsent sein.

Eine Sonderschau widmen die Alt-Ford Freunde dem Model Taunus, der 70 Jahre alt wird. Beginnend mit einem Buckel Taunus von 1949 werden über den Typ 12m „Weltkugel“, den P2 („Barocktaunus“), den Transit FK 1250, den P3 („Badewanne“ mit der „Linie der Vernunft“) die Nachfolger P4, P5, P6 und P7b bis zum TC 10 den Stand zieren und einen Fächer der Ford-Geschichte ausbreiten.

Des Kaisers weißer Adler

Apropos Geschichte: Der Kaiser konnte anfangs nur durch seinen Bruder Heinrich vom Automobil überzeugt werden, der übrigens den Scheibenwischer erfunden hatte. Doch nach dem ersten Coupé Gordon-Bennett-Rennen Mitte 1904 fand auch der Kaiser, das Auto habe eine Zukunft. Die Frankfurter Firma Adler baute 1909 einen repräsentativen 18/35 Doppelphaeton mit einer austauschbaren Sommer- und Winterkarosserie, der dem kaiserlichen Haushalt etwa bei Aufenthalten in Bad Homburg zur Verfügung stand. Nach einer jahrelangen Restaurierung ist dieser weiße Adler der Repräsentationswagen des 1900 gegründeten „Schnauferlclubs“ ASC und nun Blickfang an dessen Stand auf der Schlossterrasse.

Besondere Hingucker bietet auch die Ausstellfläche für Kleinwagen. Die putzigen Straßenzwerge werden stets mit großem Interesse bestaunt und wecken bei Besuchern Erinnerungen ans erste Auto. Classic-Gala-Kurator Hans Hedtke stieß bei seinen Sammler-Besuchen auch auf kleine Lasttransporter, die es von Goggo, Lloyd, Vespa und Borgward gab. Er holt nun diese „Ameisen des Wirtschaftswunders“ in den Schlosspark. Was zu sehen sein wird, gab es noch nie zuvor an einem Platz – es gibt eine Sonderschau der Kleinlaster, die ab den 1930er Jahren auf deutschen Straßen transportierten, was vorher Pferde bewegten. Info: Die Classic-Gala gastiert Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr, im Schlossgarten Schwetzingen. sz/kaba

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